Band: NEOPHOBIC
Album: Void
Genre: Melodic Death Metal
Trackliste:
01. The Tree
02. Weeping Willows
03. Night Demon
04. Echoing Void
05. No Sun to Feel
06. Imprisoned
07. An Atom and a Star
08. The Fog
09. Creeping Force
10. Pretended Sleep
11. The Black Greet

Mit NEOPHOBIC meldet sich eine Band zurück, die wenig Interesse daran zeigt, Death Metal nach einem vorgefertigten Bauplan abzuliefern. Auf ihrem dritten Album Void treffen wuchtige Riffs, melodische Gitarrenarbeit und eine gehörige Portion Groove aufeinander. Dabei wirkt die Platte gleichermaßen polternd und kontrolliert, ohne ihre Ecken und Kanten zugunsten übertriebener Eingängigkeit abzuschleifen. Schon nach den ersten Durchläufen wird deutlich, dass Void keine 08/15-Death-Metal-Schablone verfolgt.
Musikalisch bewegt sich NEOPHOBIC zwar deutlich auf dem Boden des Death Metal, erlaubt sich innerhalb dieser Grenzen jedoch erstaunlich viel Bewegungsfreiheit. Immer wieder brechen groovige Midtempo-Passagen aus dem klassischen Geballer hervor und verleihen den Songs eine angenehm schwere Schlagseite. Gerade dieses Wechselspiel zwischen Geschwindigkeit und schleppender Wucht sorgt dafür, dass Void über seine gesamte Spielzeit abwechslungsreich bleibt.
„Night Demon“ zeigt exemplarisch, wie selbstverständlich die Band polternde Rhythmik mit melodischen Gitarren und unterschiedlichen Tempi verbindet. Statt einfach nur nach vorne zu prügeln, dürfen die Riffs Raum entwickeln und sich regelrecht festsetzen. „Echoing Void“ schlägt anschließend eine deutlich melodischere Richtung ein und lässt die skandinavischen Einflüsse der Band besonders klar hervortreten. Dennoch verliert der Song nie den nötigen Druck und wird durch seine groovenden Passagen immer wieder zurück auf den Boden geholt. Überhaupt ist Groove eine der großen Stärken des Albums, denn selbst in den härteren Momenten bleibt genügend Bewegung im Rhythmus. „An Atom and a Star“ erhöht dagegen spürbar das Tempo und bringt mit Blastbeats und Doublebass eine deutlich aggressivere Komponente ins Spiel. Auch hier verzichtet NEOPHOBIC darauf, Geschwindigkeit zum Selbstzweck werden zu lassen, und hält mit melodischen Passagen dagegen.
Genau solche Kontraste verhindern, dass sich die einzelnen Stücke gegenseitig die Wirkung nehmen. Die Vocals bewegen sich passend dazu zwischen tiefen Growls und schärferen Screams und geben den unterschiedlichen Stimmungen zusätzlichen Ausdruck. Gegen Ende zeigt „The Black Greet“ nochmals eine andere Seite des Albums und rückt eine düstere, beinahe mystische Atmosphäre stärker in den Vordergrund. Sprachpassagen und ein verspielterer Aufbau sorgen dafür, dass auch der Abschluss nicht nach Schema F abgehandelt wird. So entsteht eine Platte, die ihre Death-Metal-Wurzeln jederzeit erkennen lässt, sich aber konsequent weigert, daraus ein enges Korsett zu machen.
Anspieltipp: „No Sun to Feel“

Fazit:
Void ist vorallem eines: ein erfreulich lebendiges Death-Metal-Album. NEOPHOBIC verbinden polternde Härte und kräftigen Groove mit Melodie, Tempowechseln und atmosphärischen Momenten, ohne dass die einzelnen Elemente zusammengewürfelt wirken. Das Genre wird hier nicht neu erfunden, aber abwechslungsreich genug interpretiert, um deutlich über bloße Standardkost hinauszukommen. Wer Death Metal gerne wuchtig und groovig hört, dabei aber auf die übliche 08/15-Schablone verzichten kann, sollte Void definitiv eine Chance geben.
Punkte:
Autor: Tom K.
