Viedźminy Pakuty – …albo zvarjaciełaje siaredniaviečnaje ciemrašalstva (2024)

  

Band: Viedźminy Pakuty
Album: …albo zvarjaciełaje siaredniaviečnaje ciemrašalstva
Genre: Black Metal
Label: Under The Sign Of Garazel Productions

Trackliste:
01. Čyrvanavokaja poŭnia pa-nad biazbožnym šlacham
02. Čorny panie

Mit …albo zvarjaciełaje siaredniaviečnaje ciemrašalstva präsentieren die vier Okkult-Black-Metaller aus Minsk ihre Debüt-EP – zwei Tracks, knapp 15 Minuten, und offenbar nach dem Motto „Weniger ist mehr konzipiert. Kein Firlefanz, keine Experimente, keine atmosphärischen Ausflüchte – hier regiert klassische Rohheit.

Der erste Track „Čyrvanavokaja poŭnia pa-nad biazbožnym šlacham“ folgt dieser Linie kompromisslos. Mehr Geballer geht kaum – dafür wird an Abwechslung in Instrumentierung und Melodieführung drastisch gespart. Der Song rumpelt stoisch im gefühlten 350er-Blast voran, ohne viel Variation, bis etwa zur Hälfte ein Tempobreak die Nummer in bedrohliche Ruhe kippen lässt. Dort verweilt sie bis zum bitteren Ende – fast unbeweglich, fast trotzig –, nur punktuell von vereinzelten Soli durchbrochen, bevor das Ganze im räudigen, klassisch blackig-dreckigen Mastering weiterstolpert und nahezu nahtlos in Track zwei übergeht.

„Čorny panie“ startet zunächst bedrohlich ruhig, bevor er – ganz im Stile von Marduk oder Dark Funeral– mit voller Gewalt explodiert. Klassischer Reiterriff, Tremolo, 350er-Beat, und alles auf Anschlag. Grundsätzlich ist daran nichts falsch, wenngleich die Individualität und der Wiedererkennungswert komplett fehlen : Der knapp acht Minuten lange Track hält, was er verspricht. Anders als der Opener kommt hier jedoch keine Monotonie auf – Breaks, Bridges und Tempowechsel sorgen für Abwechslung und Spannung, selbst wenn der Melodiebogen eher schmal gehalten ist.

Ein stark gesetzter Gitarrenbreak führt schließlich in ein Midtempo-Finale über, nur um den Hörer noch einmal zu überraschen: Die Nummer zieht unerwartet an, gewinnt erneut an Fahrt – und endet abrupt, ohne Ausschmückung, ohne Ausklang. Ein Ende, so schroff wie der Rest.

Fazit:
Viedźminy Pakuty machen auf ihren ersten 15 Minuten keine Gefangenen. Diese EP will nichts erklären, nichts entwickeln und nichts beschönigen – sie prügelt, bricht, schweigt und prügelt wieder. Wer Abwechslung, Atmosphäre oder epische Melodiebögen sucht, wird hier kaum fündig. Wer jedoch kompromissloses, osteuropäisch geerdetes Black-Metal-Primärfeuer schätzt, bekommt genau das: roh, kalt, unbarmherzig und auf seine eigene Art und Weise vielversprechend.

Punkte:

Autor: Nicki