THRONE OF EVIL – Conocimiento Oculto (2016)

   

Band: THRONE OF EVIL
Album: Conocimiento Oculto
Genre: Black Metal
Label: Schattenkult Produktionen

Trackliste:
01. Bajando de la Montaña
02. New Shadows In The Cave 
03. Liber Al Vel Vegis
04. Grito de odio ahogado en el Bosque
05. Himno a Satanás (Emperor Cover)

Aus Chile stammt die drei Mann starke Black-Metal-Formation THRONE OF EVIL, die über Schattenkult Productions die in ihrer Heimat bereits 2016 erschienene EP Conocimiento Oculto – eine fünf Tracks starke Brachialgewalt inklusive Emperor-Cover, die deutlich auf der zweiten Welle schwimmt – nun auch bei uns veröffentlicht.

Klassisch im Tremolo und geradlinig, mit einem Mastering, das gerade so rau ist, um zu kratzen, aber nicht so räudig, dass alles verwischt, startet „Bajando de la Montaña“. Neben der brutal-düsteren Atmosphäre fällt die mittelschnelle Nummer durch klare Melodieführung und beständiges Tempo auf, das sie zwar solide, aber nicht herausragend wirken lässt. Der brutale Doubleblast im Mittelteil kann den Druck nur bedingt erzeugen, der hier konzeptionell aufgebaut werden soll.

Ähnlich verhält es sich mit „New Shadows In The Cave“. Obwohl der Track insgesamt kälter klingt, mit mehr Variation in Melodieführung und Tempo, gelingt es auch hier kaum, Druck aufzubauen – obwohl gerade der hervorragend und sauber gespielte Drumpart in Kombination mit beißendem Riffing zeigt, dass die Ansätze da sind.

In „Liber Al Vel Vegis“ jedoch gelingt der Druckaufbau. Die Nummer startet ohne großes Intro mit schneidender Voice direkt in die Vollen, überzeugt durch straightes Riffing und gut gesetzte Blasts, die an Watain oder Mayhem erinnern, und bringt durch diverse Taktwechsel Spannung und Abwechslung.

Ähnlich verhält es sich mit „Grito de odio ahogado en el Bosque“, das schneidend kalt und mit bedrohlicher Atmosphäre daherkommt, die durch beständige Gitarrenarbeit und klare Linienführung erzeugt wird. Clean Vocals am Beginn schaffen zusätzliche Kälte und Atmosphäre, die über treibende Blasts und das ein oder andere Solo aufrechterhalten wird.

Das Emperor-Cover „Himno a Satanás“ ist tatsächlich eine Nummer für sich. Mit der Originalversion zwar verwandt, gelingt der Spannungsbogen, den man aus dem Original kennt, hier jedoch nicht. „Inno a Satana“ dient zwar als Vorlage, macht aber deutlich, dass gewisse Tracks nicht dazu gemacht sind, gecovert zu werden – auch wenn diese Version keinesfalls schlecht ist.

Fazit:
Conocimiento Oculto zeigt THRONE OF EVIL als Band, die tief in der zweiten Welle verwurzelt ist. Die EP lebt von klarer Linie, rauem Sound und beständiger Atmosphäre, erreicht ihren Höhepunkt in „Liber Al Vel Vegis“ und „Grito de odio ahogado en el Bosque“, wo Druck und Spannung überzeugend umgesetzt werden. Weniger stark fallen die beiden ersten Tracks aus, die trotz solider Ansätze kaum Wucht aufbauen, und auch das Emperor-Cover kann das Original nicht einholen. Unterm Strich bleibt eine stimmige Veröffentlichung, die solide im Genre steht, auch wenn sie nicht überall ihr volles Potenzial entfaltet.

Punkte:

Autor: Nicki