VERMINKING – Inhumane Disruption (2026)

 

Band: VERMINKING
Album: Inhumane Disruption
Genre: Death Metal/Grindcore

Trackliste:
01. Graven
02. Dripping Blood
03. Tomb Of Incinerated
04. Inhumane Disruption
05. Rebirth Through Torture
06. Malleus Maleficarum
07. Father, Forgive Me
08. Regletless
09. Lust Of Haunt
10. Piece By Piece

Mit Inhumane Disruption liefern VERMINKING ein klares Statement aus dem polnischen Underground: kompromissloser Death-Grind, der sich bewusst an der rohen Energie klassischer Szenegrößen orientiert. Die Band beschreibt ihren Stil selbst als „old school Death-Grind chainsaw“ – und genau diese Mischung aus sägender Brutalität und direkter Aggression zieht sich durch das gesamte Album. Mit zehn Tracks und einer kompakten Spielzeit bleibt das Werk fokussiert und verzichtet auf unnötige Ausschweifungen. Stattdessen steht eine klare Linie im Vordergrund: Druck, Tempo und eine durchgehend aggressive Grundhaltung.

Bereits mit dem Opener „Graven“ wird die Richtung vorgegeben: schnelle Riffs, druckvolles Drumming und eine dichte Produktion, die eher auf Wirkung als auf klinische Präzision setzt. Tracks wie „Dripping Blood“ oder „Tomb Of Incinerated“ treiben das Tempo weiter nach oben und bewegen sich klar im Grenzbereich zwischen Death Metal und Grindcore. Auffällig ist die Struktur der Songs: meist kompakt gehalten, selten über vier Minuten, mit Fokus auf direkte Wirkung. Statt komplexer Arrangements dominieren kurze, prägnante Riffsequenzen, die sich schnell aufbauen und ebenso schnell wieder entladen. Dadurch entsteht ein durchgehender Fluss, der kaum Raum für Verschnaufpausen lässt. Die Produktion bleibt dabei bewusst roh, ohne Details komplett zu verschlucken. Gitarren und Schlagzeug bilden eine dichte Einheit, während der Bass das Fundament verstärkt und dem Sound zusätzliche Tiefe verleiht.
Besonders die Vocals stechen hervor: tief, aggressiv und konsequent im Death-Grind-Bereich angesiedelt. Sie wirken weniger als erzählende Stimme, sondern vielmehr als Teil der klanglichen Gesamtwucht – ein weiterer Faktor, der die kompromisslose Ausrichtung des Albums unterstreicht. Instrumental zeigt sich die Band eingespielt und zielgerichtet. Das Schlagzeug arbeitet mit konstant hohem Energielevel, während die Gitarren mit sägenden Riffs und punktuellen Groove-Momenten für Dynamik sorgen. Trotz der hohen Geschwindigkeit bleibt das Zusammenspiel kontrolliert und nachvollziehbar.
Zu den stärkeren Momenten zählen Tracks wie „Inhumane Disruption“ und „Rebirth Through Torture“, die die Essenz des Albums bündeln: kompakt, aggressiv und ohne Umwege auf maximale Wirkung ausgelegt. Auch „Malleus Maleficarum“ bringt etwas mehr Variation ins Spiel und zeigt, dass die Band neben reiner Geschwindigkeit auch mit Atmosphäre arbeiten kann. Gleichzeitig liegt hier auch eine mögliche Schwäche: Die starke Fokussierung auf Tempo und Direktheit führt dazu, dass sich einige Passagen stilistisch ähneln. Wer nach ausgeprägten Hooks oder markanten Wiedererkennungsmerkmalen sucht, wird hier weniger fündig.

Fazit:
Inhumane Disruption ist ein klares Underground-Statement: roh, direkt und ohne Kompromisse. VERMINKING setzen konsequent auf die Kombination aus Death Metal und Grindcore und liefern ein Album ab, das vor allem durch Energie, Dichte und klassische Genre-Wurzeln überzeugt. Kein Werk, das durch Innovation auffällt – aber eines, das seine Stärken genau dort ausspielt, wo Death-Grind am effektivsten ist: in kompromissloser Härte und unmittelbarer Wirkung.

Punkte:

Autor: Elfi Davis