Band: SOLVORN
Album: Echoes Of Godless Light
Genre: Melodic Death Metal
Trackliste:
01. Echotrade
02. I Sear Your Pride
03. The Pulse Beneath the Dust
04. God for All Gods
05. The Cursed Crown
06. A Sky Full of Hate
07. Lonely Throne Beyond the Light

SOLVORN wagen sich mit Echoes Of Godless Light an ihr Debütalbum und betreten damit ein Terrain, das in den vergangenen Jahrzehnten bereits von zahllosen Bands beackert wurde. Zwischen melodischem Death Metal, düsteren Atmosphären und epischen Ambitionen versucht die deutsche Band, ihre eigene Identität zu formen. Das gelingt nicht immer, doch gerade für ein Erstlingswerk offenbart die Platte durchaus Potenzial. Gleichzeitig wird aber auch deutlich, dass der Weg zu einem wirklich eigenständigen Klang noch nicht vollständig beschritten wurde.
Bereits mit „Echotrade“ wird klar, worauf SOLVORN ihren Fokus legen: große Melodien, schwere Riffs und eine allgegenwärtige Melancholie. Die Songs tragen eine spürbare Verzweiflung in sich und erzeugen immer wieder eine angenehm düstere Atmosphäre. Handwerklich bewegt sich die Band dabei auf einem soliden Niveau, ohne jedoch besondere Glanzlichter zu setzen. Viele Melodien funktionieren gut, wirken aber häufig vertraut und erinnern an bereits Bekanntes aus dem Genre. Die epischen Momente entfalten durchaus Wirkung und verleihen dem Album stellenweise Größe. Doch genau hier liegt auch eine der Schwächen der Platte. Zahlreiche Kompositionen verlieren sich in ihrer Länge und wirken, als hätten sie Schwierigkeiten, den richtigen Zeitpunkt für ein Ende zu finden. Die Songs in Überlänge sind unterm Strich dann doch einfach zu viel des Guten. Was zunächst atmosphärisch und eindringlich erscheint, entwickelt sich mitunter zu einer Geduldsprobe. Auch die Vocals hinterlassen einen zwiespältigen Eindruck. An ihre Klangfarbe muss man sich erst einmal gewöhnen, und selbst nach mehreren Durchläufen dürften sie nicht jeden Hörer überzeugen. Zwar besitzen die Gesangslinien Wiedererkennungswert, wirklich mitreißend wirken sie jedoch nur selten. Hinzu kommt, dass Echoes Of Godless Light kaum etwas bietet, das man nicht schon in ähnlicher Form von anderen Vertretern des melodischen Death Metal gehört hätte. Die Band bewegt sich überwiegend in vertrauten Bahnen und verlässt ihre Komfortzone nur selten. Dadurch fehlt dem Album letztlich das entscheidende Merkmal, das es aus der Masse herausheben könnte.
Anspieltipp: „God of all gods”

Fazit:
Trotz dieser Kritikpunkte sollte man nicht vergessen, dass es sich um ein Debüt handelt. Und gemessen daran fällt Echoes Of Godless Light keineswegs schlecht aus. Die vorhandenen Stärken – insbesondere das Gespür für Melodien und Atmosphäre – lassen erkennen, dass in SOLVORN durchaus Potenzial schlummert. Noch fehlt es an Eigenständigkeit und an einem konsequenteren Songwriting, doch die Grundlagen sind vorhanden. Es bleibt daher spannend zu beobachten, wohin sich die Band auf zukünftigen Veröffentlichungen entwickeln wird. Gerade das zweite Album könnte zeigen, ob SOLVORN den nächsten Schritt gehen und eine wirklich unverwechselbare Handschrift entwickeln können.
Punkte:
Autor: Tom K.
