Band: DEISTERDÄMON
Album: Hassbolzen
Genre: Black Metal
Trackliste:
01. Blutfarn
02. Der letzte Gott
03. Hassbolzen
04. Wir sind die Kinder des Teufels
05. Des Heilands Gemach
06. Scharlachtanz
07. Germania Schwarzmetall
08. Wiedergeboren in einem kalten Reich

Wir schreiben das Jahr 2026 und ein Hitzerekord jagt den nächsten. Die Menschen sind fröhlich, während sie literweise Körperflüssigkeiten absondern und sich in ihrer eigenen Faulheit wiegen. Dieses Bild vermag allerdings sehr schnell zu erstarren, denn DEISTERDÄMON haben nun ihr neustes Werk mit dem Namen Hassbolzen auf die Menschheit losgelassen. Der nunmehr dritte Langspieler der Truppe um das Mastermind Kveldulfur wartet mit einer brodelnden Hasstirade aus 8 Stücken auf, die euch für gute 39 Minuten ins Gesicht schlagen. So wie seine beiden Vorgänger nimmt auch Hassbolzen keine Gefangenen. Harsch gespielter deutscher Schwarzmetall zerpflückt dabei unaufhörlich eure Gehörgänge. Das Titelstück kommt am Anfang sogar noch recht ruhig und melodisch daher, bis Kveldulfur wieder Gift und Galle spuckt, als wäre er der Leibhaftige und nur auf der Mission euch in sein Reich zu führen. Dennoch spielt DEISTERDÄMON gerade hier mit einer relativen Bandbreite, was sich sehr positiv auf das Hörerlebnis auswirkt. Natürlich darf eine Hymne auf die eigens gelebte Musik nicht fehlen und diese wird euch mit „Germania Schwarzmetall“ auch kredenzt. Geradeaus gespielt ohne großes wenn-und-aber hätte sich dieses Stück aber vielleicht besser als Intro oder Outro geeignet. Als Anspieltipp möchte ich euch allerdings das Stück „Des Heilands Gemach“ da lassen. Hier streckt sich der dunkle Mittelfinger direkt in Richtung der Pädophilen monotheistischen Religionen. Musikalisch interessant wandelt sich das Stück von einer, wieder mal, Gift und Galle spuckenden Tirade aus Abneigung zu einem fast schon melodischen Groove-Monster am Ende. Diese abwechslungsreichen Passagen stehen dem Album recht gut und fordern euch somit auch auf, die Scheibe mehr als einmal rotieren zu lassen.

Fazit:
DEISTERDÄMON wandeln sich immer weiter zu einer starken und präsenten Formation des deutschen Schwarzmetall Untergrundes. Drei Alben in 6 Jahren und von Album zu Album ist eine Steigerung zu hören und zu spüren. Wer mit deutschsprachigem Black Metal etwas anfangen kann, sollte definitiv hier reinhören, alle anderen dürfen sich bei den warmen Temperaturen an einer kalten, instrumentalen Sturmfront abkühlen.
Punkte:
Autor: Julian Gabelunke
