OPHIOLATRY – Serpent´s Verdict (2025)

Band: OPHIOLATRY
Album: Serpent´s Verdict
Genre: Brutal Death Metal
Label: WormHoleDeath

Trackliste:
01. Jesus Complex
02. Revenge
03. Generation Curse
04. Death Tour
05. Serpent´s Spits
06. Atheris
07. Apophis
08. Midia Bible
09. Manipulations Guit
10. Heaven Jails
11. Narcissistic Victim Syndrome
12. Human Factory
13. Ecdysis

Nach satten 17 Jahren seit dem letzten Full-Length-Album Transmutation melden sich die brasilianischen Death-Metal-Veteranen OPHIOLATRY mit Serpent´s Verdict eindrucksvoll zurück. Die Band, deren Wurzeln bis in die 90er Jahre zurückreichen, präsentiert sich dabei keineswegs als nostalgischer Rückblick auf vergangene Tage, sondern als gereifte und hungrige Einheit, die ihre Stärken gezielt ausspielt.

Bereits der Opener Jesus Complex macht deutlich, dass OPHIOLATRY weit mehr als reinen Brutal Death Metal im Sinn haben. Atmosphärische Einleitungen, melodische Gitarrenlinien und gezielt eingesetzte Tribal-Elemente treffen auf druckvolle Riffs und präzises Songwriting.
Die Brasilianer kombinieren technische Raffinesse mit roher Aggression, ohne jemals in sterile Virtuosität abzudriften. Tracks wie Revenge, Death Tour oder Apophis zeigen die gesamte Bandbreite des Albums. Blastbeats und technische Riffkaskaden wechseln sich mit groovigen Passagen und überraschend eingängigen Melodien ab. Besonders die Gitarrenarbeit von Fred Barros verdient dabei besondere Erwähnung. Seine Leads und Soli fügen sich nahtlos in die Songs ein und verleihen dem Material eine zusätzliche Tiefe, die viele moderne Brutal-Death-Veröffentlichungen vermissen lassen.
OPHIOLATRY präsentieren sich auf Serpent’s Verdict als hervorragend eingespielte Einheit. Das Schlagzeug von Jhorge „Dog“ Duarte treibt die Songs mit beeindruckender Präzision voran, während Bass und Gitarren ein dichtes Fundament schaffen. Die Vocals von Jaime Veron bewegen sich zwischen tiefen Growls und aggressiven Schreien, bleiben dabei aber erstaunlich verständlich und verleihen den Songs zusätzlichen Charakter. Besonders gelungen ist die Verbindung aus technischer Finesse und natürlicher Spielfreude. Trotz aller Komplexität wirkt das Album nie konstruiert, sondern lebendig und organisch.
Zu den stärksten Songs gehören Serpent’s Spits und Apophis, die die unterschiedlichen Facetten des Albums besonders eindrucksvoll bündeln. Hier treffen technische Brillanz, Atmosphäre und Brutalität in nahezu perfekter Balance aufeinander. Auch die Einbindung von Einflüssen aus der spirituellen Welt Amazoniens verleiht dem Album eine eigene Identität, die sich angenehm von vielen Genre-Kollegen abhebt.
Kritikpunkte sind nur wenige auszumachen. Lediglich die hohe Komplexität des Materials sorgt dafür, dass sich manche Songs erst nach mehreren Durchläufen vollständig erschließen. Wer auf unmittelbare Eingängigkeit setzt, könnte anfangs etwas Zeit benötigen.

Fazit:
Serpent’s Verdict ist weit mehr als ein gelungenes Comeback. OPHIOLATRY gelingt es, technischen Death Metal, Brutalität, Atmosphäre und kulturelle Einflüsse zu einem bemerkenswert homogenen Gesamtwerk zu verbinden. Die Songs wirken durchdacht, abwechslungsreich und dennoch kompromisslos extrem. Nach 17 Jahren Pause präsentiert sich die Band nicht als Veteran auf Abschiedstour, sondern als kreative Kraft mit beeindruckender Energie und Spielfreude.

Punkte:

Autor: Elfi Davis