WALG – V (2025)

 

Band: WALG
Album: V
Genre: Black Metal

Trackliste:
01. De vlinder en de dromer
02. De adem van het einde
03. Het vlees vergaat
04. Het schimmen dialoog
05. Daar waar stilte spreekt
06. Zielsalleen
07. Het pijnlichaam
08. Ego-dood
09. Galgenzucht

Melodic Black Metal, der von Anfang bis Ende in die Vollen geht – so lässt sich die Musik von WALG wohl am ehesten beschreiben, denn genau dieses Muster haben die beiden Jungs aus den Niederlanden seit der Gründung im Jahr 2019 eisern durchgezogen und sind wohl mit jeder Platte, die sie seither rausgehauen haben, stärker geworden. Klar also, dass ihr neuestes Release V in puncto Gitarrenarbeit und Melodieführung noch einen draufsetzt.

Selbstverständlich wurde auch am Einbringen der verschiedensten Stilelemente nicht gespart, was den typischen Sound, der die Band unverkennbar macht, nicht weiter stört und beim Opener „De vlinder en de dromer“ voll zum Tragen kommt. Hier reden wir von eingängigem und starkem Riffing, hervorragendem und abwechslungsreichem Drumming und einem Wechselspiel von Takt und Tempo, das Druckaufbau neu definiert.
Das setzt sich in „De adem van het einde“ weiter fort, auch wenn hier erstmals und interessanterweise die bisher nicht so präsenten Synthieelemente zum Tragen kommen, welche die bereits druckvolle und zügige Nummer nur noch gewaltiger und eingängiger machen. Nach dem furiosen Finale geht’s mit „Het vlees vergaat“ und „Het schimmen dialoog“ nicht weniger druckvoll weiter, auch wenn sich bei der Nummer vier der Platte das erste Mal neben der bereits etablierten Aggression eine gewisse Schwere bemerkbar macht. Diese nimmt die bisher durchaus vorhandene Verspieltheit komplett raus und fokussiert sich fast ausschließlich auf das Erschaffen einer einzigartigen Atmosphäre aus Bitterkeit, Melancholie, Raserei und Härte, wofür auch die schwere Basslinie und das hier wieder eingängige Riffing verantwortlich sind.
Hervorragend umgesetzt, aber durch die ungewohnt leichte Melodieführung schwierig zu hören, zeigt sich „Daar waar stilte spreekt“, welcher seinen Vorgängern in nichts nachsteht und instrumental bestimmt eine der stärksten Nummern der Platte ist, aber nicht so recht in den Albumkontext passen will. In seinen Grundzügen lässt der Track an eine Mischung aus WIEGEDOOD und VESANIA denken, endet mit genau diesem Vibe und bildet die Bühne für „Zielsalleen“, welcher eine ähnliche Grundstimmung aufgreift, aber durch einen Clean-Part und eine hervorragende und absolut individuelle Bridge überrascht und begeistert.
Begeistern wird die Freunde des Melodic Black à la OLD MAN’S CHILD auch „Het pijnlichaam“, welcher ruhig startet und in erhabene Schwere überleitet. Eine willkommene Verschnaufpause, die nochmal die großartige Arbeit der beiden Jungs an den Instrumenten in den Vordergrund stellt und zeigt, wie durchdacht und stimmig bissiges Riffing, klare Vocals und reißende Blasts mit tragenden und erhabenen Klangflächen harmonieren können.
„Ego-dood“ liefert wieder alles, was die bisher durchwegs starke Platte ausmacht: hervorragende Leadarbeit, einen gelungenen Gitarrenpart, giftige Vocals und einen durchwegs tragenden Melodiebogen, der der Nummer einen gewissen Wiedererkennungswert gibt.
Der vorletzte Track „Galgenzucht“ kommt wieder mit dramatischer Schwere, reißenden Blasts und durchgehend harmonischem Leitmotiv daher, während die Gitarren reißen und beißen und für ein einzigartiges Ambiente sorgen.
Geschlossen wird ein hervorragendes und durchwegs starkes Release von einer Nummer, die einzigartiger nicht sein könnte: „De Adem Van Het Einde“ bringt individuelles und mitreißendes Drumming, die bereits in den höchsten Tönen gelobte hervorragende Gitarrenarbeit und die packende Atmosphäre nochmals perfekt in Einklang und zeigt deutlich, dass bei WALG schon wieder eine Steigerung passiert ist, mit der sie sich wohl wieder einmal selbst übertroffen haben.

Fazit:
Mit V zeigen WALG einmal mehr, dass Stillstand für die beiden Niederländer wohl keine Option ist. Melodic Black Metal, der drückt, beißt und reißt, gleichzeitig aber genug Raum für Melodie, Atmosphäre und die verschiedensten Stilelemente lässt, zieht sich durch die gesamte Platte. Besonders die hervorragende Gitarren- und Leadarbeit, das abwechslungsreiche Drumming und die immer wieder tragenden Melodiebögen sorgen dafür, dass die Nummern trotz aller Härte ihren individuellen Charakter behalten. Zwar will sich der ein oder andere Track nicht ganz so stimmig in den Albumkontext einfügen, der Qualität der einzelnen Nummern tut das allerdings keinen Abbruch. V ist bissig, schwer, melancholisch und stellenweise beinahe verspielt und zeigt vor allem eines: WALG haben es tatsächlich geschafft, sich mit ihrem neuesten Release erneut zu steigern und damit einmal mehr selbst zu übertreffen.

Punkte:

Autor: Nicki