HORION – Doom (2026)

  

Band: HORION
Album: Doom
Genre: Progressive Black/Death Metal Metal
Label: Void Wanderer Productions

Trackliste:
01. Monarque
02. Stronghold
03. Cages de chair
04. Doom

Mit HORION betritt eine noch junge Band die Bühne des extremen Metals. Erst 2024 gegründet legt die französische Formation ihre Debüt-EP Doom vor. Vier Stücke, knapp einundzwanzig Minuten Spielzeit – mehr braucht es nicht, um die eigene Handschrift zu zeigen. Zwischen melodischem Black Metal, Death Metal und Doom entfaltet sich ein Klangbild, dessen auffälligstes Merkmal das ständig präsente Cello ist.

Gewaltige Gitarrenwände, scharfkantige Blastbeats und tief grollende Growls treffen auf die melancholische Wärme eines Cellos, das nicht bloß dekorative Funktion erfüllt, sondern zum emotionalen Zentrum der Musik wird. HORION scheinen das Streichinstrument als kompositorischen Kern ihrer Songs zu verstehen. Es trägt Melodien, schafft Atempausen und verleiht der Musik Tiefe, ohne ihre Aggression zu entschärfen. Atmosphärisch zeichnet die EP das düstere Bild einer Welt. Hoffnung erscheint nur noch in flüchtigen Momenten, ehe sie erneut von kalten Riffs und donnernden Rhythmen verschlungen wird, eine klangliche Auseinandersetzung mit gesellschaftlicher Gewalt, Entmenschlichung und Verderben.
Dabei bewegen sich HORION musikalisch souverän zwischen mehreren Polen. Die Gitarren verweigern einfache Wiederholungsmuster und entwickeln ihre Themen häufig in langen Spannungsbögen. Dissonante Intervalle wechseln mit melodischen Linien, während die Rhythmussektion immer wieder zwischen treibenden Blastbeats, schweren Midtempo-Passagen und beinahe sludgigen Grooves pendelt. Dadurch entstehen Stücke, die trotz ihrer vergleichsweise kurzen Laufzeit erstaunlich vielschichtig wirken. Die Songs sind enorm dicht, was mitunter aber einer differenzierten Ausarbeitung eines Motivs im Weg steht und man sich ein paar Takte mehr wünscht.
Auch die Produktion ist überzeugend. Der Mix bleibt transparent genug, damit das Cello niemals unter der Gitarrenwand verschwindet, gleichzeitig bleibt der Sound roh genug, um den extremen Charakter der Musik zu bewahren.
HORION verweben Einflüsse von melodischem Black Metal, Death Doom, Sludge und neoklassischen Elementen zu einer eigenen Identität. Das Ergebnis ist noch nicht makellos, lädt aber ein die EP doch öfter mal durch die Lautsprecher zu jagen und macht Lust auf mehr.

Fazit:
Doom zeigt eine Band, die über ein außergewöhnliches Gespür für Atmosphäre verfügt und mit dem Einsatz des Cellos einen unverkennbaren Klang geschaffen hat. HORION gelingt bereits mit der ersten Kostprobe einen charakteristischen Sound zu entwickeln. Die organische Verbindung aus Black, Death, Doom und Sludge gelingt in dieser EP sehr gut und macht neugierig auf die zukünftigen Veröffentlichungen. Wer melodischen Black Metal mit doomiger Schwere und einem Hang zu ungewöhnlichen Klangfarben schätzt, sollte sicher dieser EP widmen und die die Franzosen im Blick behalten.

Punkte:

Autor: distelsøl