Band: HIERON
Album: From The Temple To The Grave
Genre: Black Metal
Trackliste:
01. God’s Acre
02. Reverance Lost
03. Penetralia
04. Forever Scorned
05. Unholy Immolation
06. From The Temple To The Grave

Das sächsische Black-Metal-Quartett HIERON stellt mit From The Temple To The Grave sein Debütalbum vor und lässt den Geist des okkulten Atmospheric Black hochleben, wie man ihn von den großen des Genres kennt und liebt. Einflüsse von ENSLAVED, EMPEROR oder IMMORTAL sind deutlich hörbar, auch wenn der sechs Tracks starke Longplayer um einiges smoother und dynamischer daherkommt als die Werke der Großen aus den 90ern.
So präsentiert sich bereits der Opener „God’s Acre“ trotz räudigem Mastering mit klarem Aufbau und schönem Melodiebogen, ohne dabei an Härte und Kälte einzubüßen. Das typische Tremolo wird – nebst einigen hervorragenden Parts an den Leads – ganz im Stil der alten Schule großgeschrieben und erzeugt die nötige Dramatik, die einen klassisch gehaltenen Track abwechslungsreich und tief wirken lässt.
In ähnlichem Stil präsentiert sich „Reverence Lost“, wenn auch ruhiger, dramatischer und trotzdem technischer. Die Wechsel aus Mid- und Hightempo sorgen für einen klassisch blackigen und soliden Songaufbau, der Fans der 90er-Ikonen auf alle Fälle begeistern wird.
Dass die Jungs ihre Hausaufgaben in Sachen Songaufbau und Melodieführung gemacht haben, zeigt sich in der fast schon epischen Nummer „Penetralia“. Der Track startet wie ein Filmintro, holt sich seine Spannung über ein hervorragend gesetztes Gitarreninterlude und pendelt schließlich dynamisch zwischen Tempovariationen. Die ein oder andere gut gesetzte Bridge und Breaks hier und da sorgen dafür, dass trotz klassisch blackiger Struktur nie Langeweile aufkommt, obwohl Stilistik und Riffing simpel gehalten sind. Klassischer Black Metal, der nicht neu erfunden werden muss, aber mit HIERON eine vielversprechende neue Band an den Start bringt.
Stilistisch noch einfacher und klassischer geht es mit „Forever Scorned“ und „Unholy Immolation“ weiter. Beide Nummern leben von ihrer durchgehend düsteren Stimmung, dem klaren Aufbau und der durchdachten Melodieführung, während die Blasts hämmern, die Gitarren schneiden und über allem die hexisch-böse Voice ihre dunklen Hymnen singt.
Klassisch, roh und mit DARKTHRONE- und SATYRICON-Anleihen lässt der Closer „From The Temple To The Grave“ ein starkes Debüt zu Ende kommen, auch wenn man bei dieser Nummer den Einfallsreichtum und die Abwechslung der vorangegangenen Tracks vermisst. Sehr einfach im Aufbau, solide in der Melodie, aber dennoch kein ganz würdiger Abschluss für ein sehr solides Debütalbum.

Fazit:
From The Temple To The Grave ist ein klassisch gehaltenes Debüt, das seine Stärke klar in Atmosphäre, Melodieführung und sauberem Songaufbau findet. HIERON setzen bewusst auf die Tugenden der alten Schule – Tremoloriffs, Dynamikwechsel und düstere Stimmung – ohne dabei angestrengt modern oder künstlich komplex wirken zu wollen. Gerade diese Geradlinigkeit sorgt für Wiedererkennungswert und zeigt handwerkliche Sicherheit, auch wenn gegen Ende etwas der Ideenreichtum nachlässt. Ein starker Erstling, der zeigt, dass klassische Ansätze, richtig umgesetzt, nichts von ihrer Wirkung verloren haben.
Punkte:
Autor: Nicki
