TOTENLEGION – Einschlag (2026)

 

Band: TOTENLEGION
Album: Einschlag
Genre: Melodic Black Metal

Trackliste:
01. Angriff
02. Fahnenflucht
03. Simmen der Vergangenheit
04. Im Auge des Sturms
05. Herbstgedicht
06. Herbstsonne
07. Bataillon Tod
08. Aufbruch
09. Einschlag
10. Lazarett
11. Tristesse

TOTENLEGIONEinschlag

Die bayerische Melodic-Black-5-Mann-Formation TOTENLEGION ist zurück – und das gewaltig. Denn auf ihrem neuesten Release ist der Name Programm. Einschlag macht seinem Namen alle Ehre. Der Longplayer ist nach 5 Jahren Pause mehr als nur ein neues Release, sondern ein Statement und überzeugt schon ab Track 1 mit dem klingenden Titel „Angriff“, der besonders durch sein hohes Tempo, das beständige Tremolo und das ein oder andere etwas verspieltere, wenngleich verstörende Soundelement aufwartet und so für Tiefe und eine gewisse Schwere sorgt. Wobei hier der Wiedererkennungswert und das Alleinstellungsmerkmal etwas verloren gehen, denn auch große Bands wie FUNERAL MIST oder DEATHSPELL OMEGA machen sich solche Elemente gerne zunutze. Was von den Lyrics zu halten ist, bleibt dahingestellt. Musikalisch reden wir hier von solidem Melodic Black, der vom giftig bissigen Riff bis hin zum epischen Cleangesang keine Wünsche offen lässt.

Den gleichen Stil verfolgt auch „Fahnenflucht“, der sehr ruhig beginnt, in gewaltige Raserei ausbricht und seine Stimmung durch den Wechsel aus bissigem Riffing über gewaltigem Blast und den Unterbrüchen in Takt und Tempo zieht. Eine klassisch blackige Nummer, die durch den ein oder anderen Breakpart aufgelockert wird, jedoch keine sonderlichen technischen Finessen aufweist – was im melodischen War Black auch nicht unbedingt nötig ist, wie Fans von MARDUK, ARCHGOAT oder BEHERIT sehr genau wissen.

Eine melodische und verspieltere Nummer sowie eine willkommene Abwechslung ist „Stimmen der Vergangenheit“, die durch den ein oder anderen verspielten Soundteppich, eingängiges Riffing und dramatisch tragende Melodie hinter intensiven Vocals auffällt.

„Im Auge des Sturms“ bleibt unkommentiert, denn Vergleiche sollen hier nicht gezogen werden – aus Gründen.

„Herbstgedicht“ und die darauffolgende sechste Nummer sind wohl die intensivsten und eingängigsten der Platte, und besonders „Herbstsonne“ begeistert durch seine schöne und eingängige Melodieführung, die hervorragende Gitarrenarbeit und die einzigartige Rhythmik.

„Bataillon Tod“ ist ebenfalls ein intensiv gehaltener und melodisch starker Track, der mit einzigartiger Stimmung und großartiger Atmosphäre daherkommt – auch wenn das Riffing hier nicht ganz so sauber und noch eine Spur einfacher ausfällt als bei seinen Vorgängern. Auch hier und ebenso im Folgetrack „Aufbruch“ bleiben die Lyrics wieder unkommentiert. Musikalisch überzeugen die Nummern jedenfalls durch tiefe Atmosphäre und eine einzigartige Stimmung, auch wenn eine gewisse Individualität fehlt, da sich hier doch an einige Große des Genres angelehnt wurde.

Der Titeltrack der Platte macht seinem Namen alle Ehre. Denn als absoluten Einschlag lässt sich die neunte Nummer des insgesamt 11 Track starken Releases wohl beschreiben. Neben technischer Leadarbeit, einer ausgewogenen Basslinie und einem schönen Melodiebogen glänzt der Track auch durch einen einzigartigen Stimmungsaufbau und harmonische Tiefe – trotz gewaltigem Marschtempo und bissigen Hyperblasts.

Dramatische Schwere und Melancholie bringt die vorletzte Nummer „Lazarett“ mit sich, die trotz des gewaltigen Tempos durch ihre Wechsel ins mittlere Tempo und die dramatisch geführten Gitarrenparts für ein abwechslungsreiches Hörerlebnis sorgt.

Beim Closer „Tristesse“ kommt erneut melancholische Schwere auf. Ein Track, der trotz seines Tempos und seiner eisernen Härte durch das ein oder andere Solo und die eisig tiefen und eindringlichen Vocals für eine gewisse Melancholie und Traurigkeit sorgt und ein gelungenes, wenn auch nicht sonderlich aufwendiges Album würdig abschließt.

Fazit:
Einschlag macht seinem Namen über weite Strecken alle Ehre. TOTENLEGION liefern einen gewaltigen, 11 Track starken Longplayer ab, der zwischen melodischem Black Metal, warblackiger Raserei, dramatischer Schwere und epischer Gitarrenarbeit einiges richtig macht. Auch wenn sich die Platte nicht immer ganz von den großen Vorbildern des Genres lösen kann, überzeugt sie durch Atmosphäre, Tempo, Druck und eingängige Melodieführung.

Punkte:

Autor: Nicki