SHADOWS GROUND – The Roots (2017)

   

Band: SHADOWS GROUND
Album: THE ROOTS
Genre: Black Metal
Label: Schattenkult Produktionen

Trackliste:
01. Heavenly Bloodshed 
02. Unholy Winds Of Sorrow
03. Broken Fortress
04. Primordial Spirit 
05. Nocturne Of A Morbid Mind
06. Under Transilvanian Fullmoon
07. Buried Under The Snow And Northern Lights

SHADOWS GROUND ist keine Band, die nach Trends schielt oder sich an modischen Spielarten des Extrem-Metals abarbeitet. Mit The Roots legen sie ein Album vor, das seinem Titel gerecht wird und tief im Erdreich des klassischen Black Metal gräbt. Hier geht es nicht um Avantgarde oder progressive Eskapaden, sondern um Atmosphäre, Haltung und klirrende Konsequenz. Schon nach wenigen Minuten wird klar: Dieses Werk versteht sich als Rückbesinnung – roh, ehrlich und unbeirrbar.

The Roots ist solider, klassischer Black Metal ohne viel Schnick Schnack. Die Gitarren sägen in kalten Tremolo-Wellen, das Schlagzeug treibt stoisch nach vorne, während der Gesang wie ein ferner Ruf aus verschneiten Wäldern wirkt. Bereits das instrumentale Intro „Heavenly Bloodshed“ legt einen düsteren Schleier über das Album und öffnet die Tür in eine frostige Klangwelt. Mit „Unholy Winds Of Sorrow“ nimmt die Platte Fahrt auf und zeigt, dass Härte und Atmosphäre hier Hand in Hand gehen. Die Produktion bleibt bewusst rau, ohne jedoch in klanglicher Unschärfe zu versinken.

In „Broken Fortress“ verdichten sich wuchtige Riffs zu einem Bollwerk aus Klang, das keine Kompromisse kennt. Dennoch blitzen immer wieder melodische Passagen auf, die dem Album Tiefe verleihen und ihm eine melancholische Note geben. Besonders „Primordial Spirit“ verbindet aggressive Raserei mit eingängigen, fast hymnischen Gitarrenlinien. Hier wird nichts neu Virtuoses erfunden, keine technische Revolution ausgerufen. Aber in manchen Momenten braucht es eben genau das – Black Metal, der sich auf das Wesentliche beschränkt.

Auch „Nocturne Of A Morbid Mind“ lebt von dieser klaren Fokussierung auf Atmosphäre und Stimmung. Die Band verzichtet auf überladene Arrangements und setzt stattdessen auf stringente Songstrukturen. Das verleiht den Stücken eine unmittelbare Direktheit, die im Genre oft verloren geht. In „Under Transilvanian Fullmoon“ weht ein Hauch klassischer nordischer Schule durch die Riffs, ohne dabei wie bloße Kopie zu wirken. Der Abschluss mit „Buried Under The Snow And Northern Lights“ wirkt schließlich wie ein langsames Versinken im Eis – episch, kalt und konsequent zu Ende gedacht. Über die gesamte Spielzeit hinweg bleibt das Album seiner Linie treu und entfaltet gerade dadurch seine Stärke.

Anspieltipp: „Primordial Spirit“

Fazit:
Am Ende steht mit The Roots ein Werk, das sich nicht anbiedert und keine falschen Versprechen macht. SHADOWS GROUND liefern Black Metal in seiner puren, unverstellten Form – roh, atmosphärisch und ehrlich. Es ist kein Album für Innovationsfanatiker, sondern für Hörer, die in der Reduktion die wahre Kraft sehen. Manchmal ist es genau diese Rückkehr zum Kern, die am meisten überzeugt.

Punkte:

Autor: Tom K.