Band: SURTURIAN
Album: II – Hessian Spears
Genre: Thrash Metal / Black’n’Roll
Label: Crawling Chaos Records
Trackliste:
01. Hessian Spears
02. Night Stalker
03. L.S.D.
04. Beneath a Dying Sky
05. Cimmerians Wrath
06. Do What Thou Wilt
07. Of Teeth and Nails
08. Deliverance
09. Blood Witchery

Hessian Spears ist das 2026 erschienene Album der Münchner Band SURTURIAN. Zu Beginn dieser Review muss ich gleich vorweg ein Statement loswerden: Der geneigte Hörer sollte bitte mit einer offenen Einstellung an dieses Album herangehen. Der einfache Grund dafür ist, dass die Genrebeschreibung nicht unbedingt zutrifft – und wer sich nur an dieser orientiert, verpasst ein Album, das mir persönlich sehr ans Herz gewachsen ist.
SURTURIAN beschreiben den Stil auf Hessian Spears selbst als eine Mischung aus Black’n’Roll und Speed Metal, was im Grunde auch stimmt. Die Vocals kratzen fast schon Black-Metal-artig dahin, während die Gitarren in hohem Tempo nach vorne preschen, nur um immer wieder von beinahe Rock’n’Roll-artigen Rhythmen durchbrochen zu werden. Allerdings fallen beim intensiven Hören einige Kleinigkeiten auf, die besonders Fans des klassischen deutschen Heavy Metal bekannt vorkommen dürften. Auch wenn die Gitarren schnell sind, orientieren sie sich eher an den Konventionen der NWOBHM als am Speed Metal, wie ihn unter anderem die frühen BLIND GUARDIAN gelebt haben.
Zudem kommen einem die Vocals im Laufe des Albums immer vertrauter vor. Die Stimme kratzt charakteristisch, der deutsche Akzent im Englischen bricht immer wieder durch und generell werden immer wieder raue, aber sehr melodische Linien dargeboten. SURTURIAN bieten mit Hessian Spears eine nahtlose Fortführung jener Konventionen, die GRAVE DIGGER seit den 80ern zu einer Konstante des europäischen Heavy Metal gemacht haben. Spätestens jetzt sollten Fans von Chris Boltendahl und GRAVE DIGGER ganz genau hinhören. Trotz dieses sehr eindeutigen Vergleichs bieten SURTURIAN den Hörern einen ganz eigenen Spin des Konzepts, der die klassischen Konventionen mit frischem Spirit und in allen Ehren weiterentwickelt.

Fazit:
Als Fan von GRAVE DIGGER habe ich natürlich eine gewisse Voreingenommenheit gegenüber dieser Form des Metal. Dennoch muss ich ehrlich gestehen, dass ich mit Hessian Spears mehr Spaß hatte als mit dem aktuellsten Grave-Digger-Album. Für Fans der Truppe ist die Scheibe eine klare Empfehlung – wer allerdings reinen Black Metal erwartet, wird wohl enttäuscht werden
Punkte:
Autor: Georg Günthör
