Band: SEASONS IN BLACK
Album: The Swansong Diearies
Genre: Melodic Death Metal
Label: Apostasy Records
Trackliste:
01. Serenades Of A Dying Race
02. Apocalyptic Army
03. Dying 4
04. Swansong
05. Justified Setback
06. XXX-Treme Unction
07. Unit 731
08. Death 2 Death
09. M.K.W.E.K.M.
10. War Is Love
11. Just Suicide
12. Abg(es)ang

SEASONS IN BLACK melden sich mit The Swansong Diearies nicht einfach zurück, sie öffnen ein schwarzes Buch voller Abschiede. Das Album wirkt wie ein letzter Brief, geschrieben mit Blut, Asche und Melodie. Zwischen Death- und Black-Metal spannt die Band einen weiten Bogen aus Emotion und Aggression. Schon die ersten Minuten machen klar, dass hier mehr erzählt, als nur gebrüllt wird.
Die Produktion ist druckvoll, ohne steril zu wirken und lässt Raum für Atmosphäre.
Rasende Blastbeats treffen auf melodische Gitarrenlinien, die sich wie kalte Nebelschwaden festsetzen.
Keyboards tauchen nie dominant auf, sondern färben den Sound mit einer morbiden Eleganz. Gesanglich wechseln sich rohe Growls mit markanten Akzenten ab, was den Songs eine erzählerische Tiefe verleiht.
Der Opener „Serenades Of A Dying Race“ fungiert als Manifest und zieht den Hörer sofort in den Strudel.
In „Apocalyptic Army“ marschiert die Band mit militärischer Präzision, während der Refrain wie ein düsterer Schlachtruf hallt.
„Swansong“ bildet das emotionale Zentrum des Albums und verbindet Wut mit resignativer Schönheit.
Das Album bleibt über die gesamte Laufzeit abwechslungsreich und unberechenbar, weil Tempo, Stimmung und Songstrukturen ständig kippen.
Thematisch kreisen die Texte um Krieg, Untergang und moralische Erschöpfung, ohne platt oder plakativ zu werden. Songs wie „Unit 731“ nutzen historische Bezüge, um Grauen und Verantwortung greifbar zu machen. Ein Bonuspunkt geht an das überaus gelungene Cover von „M.K.W.E.K.M.“, das dem Klassiker von TON STEINE SCHERBEN neue, düstere Wucht verleiht.
Tempowechsel und Breaks sind klug gesetzt und wirken organisch statt kalkuliert. Man spürt, dass hier Erfahrung und Reife in jede Note geflossen sind. Trotz der Härte bleibt Platz für Melancholie, die sich leise unter die Haut schiebt. The Swansong Diearies verlangt Aufmerksamkeit und belohnt sie mit Tiefe.
Anspieltipp: „Dying 4“

Fazit:
Mit The Swansong Diearies liefern SEASONS IN BLACK ein Album ab, das gleichermaßen fordert und berührt. Es ist kein Werk für den schnellen Konsum nebenbei, sondern eines für lange Nächte und wiederholtes Hören.
Die Mischung aus Aggression, Melodie und Bedeutung macht diese Platte zeitlos innerhalb ihres Genres.
Ein düsteres Buch, das man nicht zuschlägt, sondern immer wieder aufschlägt.
Punkte:
Autor: Tom K.
