Band: NORDLYS
Album: Lichterglanz Finsternis
Genre: Black Metal
Label: Solistitium Records
Trackliste:
01. Heimgang
02. Wolf
03. Wilde Natur
04. Night!
05. Monument der Tränen
06. Totenweihe
07. Disobey The One
08. Northern Lights

Mit NORDLYS meldet sich eine Band aus dem deutschen Underground zurück, deren Wurzeln tief in der klassischen Black-Metal-Tradition liegen. Ihr Album Lichterglanz Finsternis bewegt sich stilistisch klar im Fahrwasser der zweiten Welle des Genres und setzt auf bekannte klangliche Versatzstücke. Roh produzierte Gitarren, frostige Melodien und ein rauer Gesang prägen das Gesamtbild. Schon nach den ersten Minuten wird jedoch deutlich, dass dieses Werk vor allem auf Bewährtes setzt – und dabei nur selten über vertraute Grenzen hinausgeht.
Der Opener „Heimgang“ führt den Hörer mit typischen Tremolo-Riffs und treibenden Blastbeats in eine Klangwelt, die stark an den klassischen europäischen Black Metal der 1990er Jahre erinnert. Zwar funktioniert diese Herangehensweise grundsätzlich, doch bleibt der musikalische Ausdruck weitgehend vorhersehbar. Auch „Wolf“ folgt einem ähnlichen Muster aus schnellen Passagen und melodischen Gitarrenlinien, ohne dabei wirklich neue Akzente zu setzen. Die Atmosphäre wirkt zwar durchgehend düster und geschlossen, doch gerade diese Homogenität sorgt dafür, dass einzelne Stücke nur schwer aus dem Gesamtbild herausragen. Mit „Wilde Natur“ und „Night!“ setzt sich dieser Eindruck fort, denn beide Songs greifen erneut auf vertraute Strukturen zurück, die innerhalb des Genres bereits vielfach gehört wurden. Besonders im mittleren Teil des Albums wird deutlich, dass die Band zwar solide Songstrukturen beherrscht, aber nur selten mit überraschenden Ideen arbeitet. So bleibt auch „Monument Der Tränen“ trotz seines melancholischen Grundtons musikalisch recht vorhersehbar. Zwar entstehen gelegentlich atmosphärische Momente, doch werden diese selten konsequent weiterentwickelt. Ähnlich verhält es sich mit „Totenweihe“, das zwar solide gespielt ist, jedoch kaum eigene Akzente setzt. Der Song reiht sich vielmehr nahtlos in die Reihe der stilistisch sehr ähnlichen Stücke ein. Auch „Disobey The One“ variiert das bekannte Klangschema nur minimal und verstärkt damit den Eindruck einer gewissen Gleichförmigkeit. Selbst das abschließende „Northern Lights“ kann diesen Eindruck nur bedingt aufbrechen. Zwar bemüht sich die Band hier um etwas mehr epische Atmosphäre, doch bleibt auch dieses Finale fest im Rahmen traditioneller Black-Metal-Strukturen verankert. Insgesamt zeigt sich, dass NORDLYS zwar handwerklich solide arbeiten, jedoch kaum über die Grenzen des Erwartbaren hinausgehen. Die Songs wirken dadurch austauschbar und verlieren im Verlauf des Albums zunehmend an Eigenständigkeit. In einer Szene, die derzeit von zahlreichen Veröffentlichungen geprägt ist, fällt es einem Werk wie diesem schwer, sich nachhaltig abzuheben.
Anspieltipp: „Northern Lights“

Fazit:
Mit Lichterglanz Finsternis liefern NORDLYS ein Album ab, das klar im traditionellen Black Metal verwurzelt ist und sich bewusst an den Stilmitteln der Vergangenheit orientiert. Handwerklich gibt es wenig auszusetzen, doch fehlt es dem Werk an Abwechslung und eigenständigen Ideen. Viele Songs ähneln sich strukturell und atmosphärisch so stark, dass kaum nachhaltige Höhepunkte entstehen. Dadurch bleibt die Wahrscheinlichkeit hoch, dass dieses Album in der Flut aktueller Veröffentlichungen nur wenig Aufmerksamkeit auf sich ziehen wird.
Punkte:
Autor: Tom K.
