Band: DAMNATIONIS
Album: The Fallen Princess
Genre: Black/Death Metal
Label: WormHoleDeath
Trackliste:
01. Melkor Melody
02. Dominus… Spiritus… Satanas
03. Possession
04. Satan’s Prophecy
05. Path To Hell
06. Robber Of Dream
07. The Fallen Princess
08. God Is The Devil
09. Damnationis
10. Echoe Of Azathoth

DAMNOTIONIS stammen aus dem Raum Metz in Frankreich, wurden ursprünglich 2006 als DAMNATION gegründet. 2018 erfolgte die Neugründung unter dem neuen Namen. Für Black und Death eher ungewöhnlich ist die sehr personenstarke Besetzung mit 3 Gitarristen, Bass, Drums, Vocalisten und einer Keyboarderin. Mit The Fallen Princess, erstmals Anfang 2023 veröffentlicht und später über WormHoleDeath Records neu aufgelegt, liegt das erste Full-Length-Album vor, auf dem Black- und Death-Metal mit symphonischen Elementen verbunden werden sollen. Der Anspruch: düstere Atmosphäre, mythologische geprägte Texte und epischer Stimmung. Doch wie gut gelingt dieser Spagat zwischen Brutalität, Melodie und Atmosphäre?
Bereits das instrumentale Intro „Melkor Melody“ trägt ordentlich auf. Synthie-Bläser sollen wohl das Fundament für eine zeremonielle Stimmung bilden, sind aber gleichzeitig durch die doch gut hörbare Nähe zu den StarWars-Fanfaren irgendwie komisch. Man kann die Sturmtruppler mit Corpse-Paint bildlich vor sich sehen. Ich fürchte allerdings, dass diese humorvolle Einlage nicht ganz so gedacht war und daher nur unfreiwillig komisch ist. Mit dem ersten Song „Dominus… Spiritus… Satanas“ warten die Franzosen dann mit schwerem Riffing, brachialem Schlagzeug und kreischendem Gesang auf. Diese Stilistik ist gleichzeitig auch der rote Faden durch das ganze Album, immer wieder ergänzt von schweren Synthie-Streichern, die als streichelweicher Kontrast dienen. Allerdings – und das zeigt sich im Laufe des Albums zunehmend – ist diese Mischung nicht immer überzeugend. Während Songs wie „Possession“ oder „Damnationis“ musikalisch einigermaßen abwechslungsreiche Strukturen bieten, die sich in melodischen Gitarrenläufen, düster-groben Riffing und sogar einem Hauch Dynamik zeigen, tendiert das Songwriting insgesamt stark dazu, in ähnliche Muster zu verfallen. Erstmals richtig störend empfinde ich das ausgerechnet bei den Vocals vom eben positiv erwähnten „Satans Prophecy„. Die kontinuierliche Wiederholung der Lyric-Phrase „time is calling“ in der immer gleichen Weise, beginnt tatsächlich rasch auf die Nerven zu gehen. Viele Stücke setzen auf ständig wiederkehrende Riffs und sehr simple Vocallinien, mit nur geringfügigen Variationen im Tempo oder in der Stimmung. Wenn auch das musikalische Handwerk zweifellos beherrscht wird und die Dame und die Herren an den Instrumenten zu überzeugen wissen, allein: der kreative Anspruch wird nicht erfüllt. Es mangelt an erinnerungswürdigen Hooks, markanten Melodien oder unerwarteten Wendungen, die einzelne Songs wirklich herausheben würden – irgendwie bleibt es flach, leblos und klischeehaft.
Der Sound ist weitgehend ausgewogen: Gitarren, Bass und Schlagzeug sind klar hörbar und gut ausbalanciert, nichts klingt schwammig oder matschig, nichts ist übermäßig dominant.

Fazit:
The Fallen Princess ist ein Debüt, einer nicht mehr ganz jungen Band, deren sieben (!) Mitglieder an ihren Instrumenten durchaus versiert sind. Doch das Album leidet an einem Mangel an echten Höhepunkten und kreativer Tiefe: Die Songs bleiben zu simple und verschwimmen stilistisch. Für Einsteiger dürfte es dennoch geeignet sein, um sich an härtere Musik heranzuwagen: Die solide Produktion und die Ergänzung durch weiche Synthieelementen machen das Ganze zu einer musikalischen Schonkost extremer Musik. In der Summe ein ordentliches, aber letztlich zu einfaches, zu gleichförmiges Album, dem mehr Mut und Individualität deutlich besser stehen würde.
Punkte:
Autor: distelsøl
