Band: CH’AHOM
Album: Anthropic Rites Of Sublimation
Genre: Blck/Death Metal
Label: 20 Buck Spin
Trackliste:
01. Cult of Xaman
02. Reign of Nohol
03. Priests of Lik’in
04. Chosen of Chik’in
05. Insemination

Auf Anthropic Rites Of Sublimation machen CH’AHOM musikalische Orientierung zur Nebensache. Die Kompositionen türmen Riffkomplexe, Tempobrüche und verschachtelte Gitarrenläufe zu einem Gefüge, das ständig in Bewegung bleibt, ohne immer eine klare Richtung erkennen zu lassen. Rasende Aggression und bleierne Schwere, progressive Vertracktheit und archaische Wucht greifen ineinander. Die Musik überwältigt mit ihrer Unberechenbarkeit, verliert dabei aber bisweilen den roten Faden. Fünf Stücke. Knapp 29 Minuten. Und kaum ein Moment, um Luft zu holen. Ein wilder Rausch.
CH’AHOM prügeln sich durch vertrackte Gitarrenläufe, abrupte Tempowechsel und Riffs, die mitunter wie mit dem Beil aus dem Weg gehauen wirken. Blackened Death Metal, der seine Hörer nicht an die Hand nimmt. Keine Wegweiser. Keine verlässlichen Haltepunkte. Die Musik klingt archaisch, beinahe rituell. Darunter steckt allerdings ein erstaunlich verschachteltes Gefüge, das sich nicht ohne Weiteres erschließt. Manches packt sofort. Anderes rauscht vorbei, bevor sich überhaupt ein Gedanke daran festsetzen kann. Die Riffs schneiden, die Drums treiben. Blastbeats krachen in schleppende Passagen, Gitarrenläufe winden sich durch abrupte Wechsel, während die Rhythmik zwischen präzisem Vorwärtsdrang und beinahe primitiver Wucht pendelt. CH’AHOM beherrschen das Spiel mit Gegensätzen. Doch nicht jede Wendung ist nachvollziehbar. Manches verdichtet die Spannung, anderes wirkt wie ein weiterer Haken in einem ohnehin schwer überschaubaren Geflecht. Die musikalische Komplexität ist unüberhörbar. Das kann faszinieren. Es kann auch ermüden.
Ausgedehnten Intros und atmosphärische Passagen verleihen dem Album eine rituelle Färbung, ohne die aggressive Grundausrichtung wesentlich zu brechen. Gerade das abschließende „Insemination“ zeigt, wie wirkungsvoll CH’AHOM Spannung aufbauen können: Die Musik lässt sich Zeit, hält die Gewalt zunächst zurück und entfesselt sie schließlich mit umso größerer Wucht. Ein langer Anlauf. Ein brutaler Aufprall. Solche Momente geben dem Album Kontur. Meist dominiert aber die rohe Gewalt, während das kultisch-rituelle eine eigentümliche, fremde Grundstimmung schafft. Das passt zum Konzept aus fiktiven Kulturen, Opferhandlungen und einem spirituellem Zentrum. Ein Blick in eine Welt, deren Regeln sich nicht erschließen. Nicht einmal dann, wenn man genauer hinsieht.

Fazit:
Anthropic Rites Of Sublimation fordert viel Aufmerksamkeit und belohnt sie nicht durchgehend. CH’AHOM entfesseln ein beeindruckendes musikalisches Chaos, doch dessen Energie lässt sich nicht immer in zwingende Dramaturgie überführen. Die Wucht packt, die Ideen sind eigenständig, die Orientierung geht bisweilen verloren. Ein intensives Album, das mehr aufwühlt als erschließt.
Punkte:
Autor: distelsøl
