AS THE SUN FALLS – Songs From The Veil (2026)

Band: AS THE SUN FALLS
Album: Songs From The Veil
Genre: Melodic Death Metal
Label: Theogonia Records

Trackliste:
01. Daughter of the Air
02. A Shimmer on the Tides
03. As Night Devours
04. A Million Stars Ashine
05. Below a Pale Tree
06. 9 Days of Sorrow
07. Burning Snow
08. Silent Waters
09. Blood to the Soil
10. Sielulintu

Mit Songs From The Veil veröffentlichen die finnischen Melodic-Death-Metaller AS THE SUN FALLS ihr mittlerweile drittes Album. Und grundsätzlich bekommt man darauf ziemlich genau das geboten, was man sich unter modernem, melancholischem und epischem Melodic Death Metal vorstellt.

Das zeigt bereits der Opener „Daughter of the Air“, der mit beinahe mediterran beziehungsweise orientalisch anmutenden Folk-Elementen beginnt. Gerade bei einer finnischen Band kommt das zunächst etwas überraschend, funktioniert aber ausgesprochen gut. Durch die zahlreichen zusätzlichen Instrumentierungen bewegt sich die Nummer stellenweise deutlich in Richtung Folk Metal, ohne dabei allerdings dessen typische Leichtigkeit zu übernehmen. Vielmehr verbindet die Band diese Einflüsse mit der bekannten skandinavischen Schwere. Sobald der Song richtig loslegt, dominieren Blastbeats, harte Gitarren und eine insgesamt sehr düstere und brutale Stimmung. Damit hebt sich die Nummer durchaus vom gewöhnlichen Melo-Death-Metal ab und bleibt trotz der melodischen Elemente fest im Death Metal verankert.

Mit „A Shimmer on the Tides“ bewegt man sich anschließend wieder auf deutlich vertrauterem Terrain. Das harte Intro, melodische Gitarren und ein cleaner Part mit klarem Gesang entsprechen ziemlich genau dem, was man aus diesem Genre kennt. Wirklich überraschend ist das zwar nicht, dafür ist alles handwerklich sehr sauber umgesetzt und gut geschrieben. Auch „As Night Devours“ schlägt grundsätzlich in dieselbe Kerbe.

„A Million Stars Ashine“ lässt sich zu Beginn etwas mehr Zeit und fällt insgesamt langsamer und drückender aus. Auch Below a Pale Tree“ bleibt dem bisherigen Stil treu, bringt in seiner Mitte jedoch einige gelungene Variationen unter, die dem Song zusätzliche Dynamik verleihen.

Einen deutlicheren Bruch gibt es schließlich mit „9 Days of Sorrow“. Die keltisch anmutende Ballade baut sich langsam und stetig auf und zieht erst im letzten Drittel richtig an. Besonders gelungen ist dabei, wie kontinuierlich mit der Intensität gespielt wird. Dadurch gehört der Song nicht nur zu den abwechslungsreichsten Nummern des Albums, sondern setzt innerhalb der ansonsten relativ konsequent durchgezogenen Grundstimmung einen wichtigen Akzent.

Auch wenn mir das Album grundsätzlich sehr zusagt kann man sagen, dass viele Stücke sind relativ lang sind und einen ähnlichen Aufbau sowie eine vergleichbare Atmosphäre verfolgen. Bei einer Gesamtlaufzeit von beinahe einer Stunde und auch relativ langen Songs kann sich das Album dadurch stellenweise etwas ziehen. Das ist natürlich zu einem gewissen Teil Geschmackssache, dennoch hätte etwas mehr Mut zu unterschiedlichen Strukturen dem Album vermutlich gutgetan.

Dabei muss man allerdings auch klar festhalten, dass sich die einzelnen Songs trotz der konsequenten stilistischen Linie durchaus voneinander unterscheiden. Die Band liefert durchgehend gute Riffs und jene melancholischen, großen Melodien, für die man Melodic Death Metal schließlich hört. Die Atmosphäre bleibt dabei stets episch, ohne dass die Musik ihre Härte verliert.

Besonders stark ist auch die Produktion. Die cleanen und atmosphärischen Elemente bekommen genügend Platz, gleichzeitig klingt das Album druckvoll, hart und keineswegs weichgespült. Technisch bewegt sich die Band ebenfalls auf einem bemerkenswert hohen Niveau. Dazu kommt eine breite Palette unterschiedlicher Synthesizer und orchestraler Elemente, die, abgesehen vom ungewöhnlicheren Einstieg des Openers, zwar ebenfalls weitgehend genretypisch eingesetzt werden, sich aber hervorragend in den Gesamtsound einfügen.

Mit „Sielulintu“ schließt das Album schließlich passend ab. Auch hier nimmt sich die Band zunächst Zeit für einen längeren Aufbau, variiert anschließend aber wieder stärker und liefert damit einen gelungenen Abschluss für die knapp einstündige Reise.

Fazit:
AS THE SUN FALLS erfinden den Melodic Death Metal mit Songs From The Veil nicht neu, beherrschen dessen Zutaten aber ausgesprochen gut. Das Album besitzt diese typische Insomniumartige Melancholie, verbindet schöne Melodien mit einer ordentlichen Portion Härte und klingt dabei durchgehend groß, düster und episch. Lediglich die langen Songs und die über weite Strecken ähnliche Herangehensweise lassen die Spielzeit stellenweise etwas ausufern. Wer allerdings genau diesen melancholischen, skandinavisch geprägten Melo-Death-Sound sucht, bekommt hier ein technisch wie produktionstechnisch starkes Album geboten, das Genre-Fans bedenkenlos empfohlen werden kann.

Punkte:

Autor: Ossian G.