FINSTERFORST – Still (2026)

Band: FINSTERFORST
Album: Still
Genre: Folk Metal
Label: AOP Records

Trackliste:
01. Obduktion
02. Herbstwanderung
03. Knie nieder
04. Im Wind
05. Stille Nacht
06. Fels
07. Leere
08. Beyond the North Waves (Immortal Cover) 
09. Another Brick in the Wall Pt. II (Pink Floyd Cover)

FINSTERFORST, eine Folk-Metal Band aus dem Schwarzwald (DE) hat mit Still ihr nunmehr siebentes Studioalbum veröffentlich. Selbst bezeichnet die Band ihren Stil als „Black-Forest-Metal“ in Anspielung auf ihre Herkunft, die Bezeichnung passt aber auch stilistisch sehr gut, zumindest zu ihrem aktuellen Werk, denn man hat während des Hörens immer wieder Bilder von dunklen, im Wind wogenden Tannenwäldern vor Augen.

Das Album beeindruckt von der ersten Note weg mit atmosphärischen, düsteren Klangwelten, die sich von starken Metalparts, über orchestrale, von Chorgesängen unterstützte Elemente bis zu akustischen Einschlägen erstrecken. Stilistisch fühlt man sich als Hörer an Rammstein (vor allem beim Intro von „Herbstwanderung“ oder auch bei „Knie Nieder“) oder auch an die ganz frühen In Extremo (Gesangspart in „Obduktion“, „Im Wind“) erinnert, auch wenn diese Einflüsse schnell in ganz andere Richtungen abgewandelt, und zu etwas Neuem gemacht werden. Generell sind Einflüsse aus ganz unterschiedlichen Genres wahrnehmbar. Was mit Melodic-Death/Black beginnt, wandelt sich nicht selten über Folk/Pagan und sakral anmutenden Gesängen, zu soliden an NDH erinnernden Passagen und auch wieder zurück. Themenmäßig bewegt man sich genau wie musikalisch auf dunklen, erdrückenden Pfaden und beschäftigt sich mit menschlichem Versagen, dem Niedergang der Gesellschaft, Krieg und der Verderbtheit von Ruhm und Rampenlicht.

Besonders interessant, wenn man das nötige Durchhaltevermögen hat: „Leere“, eine 24min lange Nummer, die alles andere als leer ist, sondern jede Minute wert. Durchzogen von giftigem Gekeife und aggressiven Gitarren ein krönender Abschluss für das eigentliche Album. Auch empfehlenswert: „Stille Nacht“, eine Nummer über Krieg, und den Wahnsinn im Schützengraben.

Abgeschlossen wird die Veröffentlichung eigentlich noch von zwei Covernummern, die wirklich gut gelungen sind, ich aber vom eigentlichen Album ausklammern möchte, da sie für mich nicht richtig in die vorherrschende Grundstimmung passen.

Fazit:
FINSTERFORST hat mit Still meiner Meinung nach ein ausgesprochen großartiges Werk abgeliefert, dem man auf jeden Fall ungeteilte Aufmerksamkeit schenken sollte, um es richtig wahrnehmen und wertschätzen zu können. Trotz der extremen Vielfalt an Stilelementen und benutzten Instrumenten gelingen Nummern mit echtem Ohrwurmcharakter, und man ist leicht versucht manche Songs in Endlosschleife zu hören. Definitiv sehr empfehlenswert!

Punkte:

Autor: Evelyn