Band: TYRANT WRATH
Album: Dödsdans
Genre: Black Metal
Label: Under The Sign Of Garazel Productions
Trackliste:
01. Solen, döden och evigheten
02. I mitt innersta
03. Du är död
04. Det gamla
05. Välkommen
06. Trohet
07. Utopi

Der klassische Sound der 90er hat schon etwas Besonderes, und neben all den Subgenres und neueren Ausrichtungen des Black Metal gibt es nur wenige Bands, die diesen Sound noch aktiv verkörpern – und noch weniger, die ihn hervorragend und authentisch umsetzen. Nicht so die Dreimann-Partie TYRANT WRATH, die auch auf ihrem dritten Studioalbum Dödsdans eine Hommage an die Größen Schwedens, die besonders Mitte der 90er ihre Blütezeit hatten, wachhält.
Denn schon ab Track 1, „Solen, döden och evigheten“, ist die erste Band, die einem in den Sinn kommt, wohl VINTERLAND, die vom Sound her zwar brachialer daherkommen, jedoch den gleichen Vibe von Weite und nordischer Kälte aufkommen lassen. Dabei setzen TYRANT WRATH hier auf stärkeres Riffing sowie ein gleichmäßigeres ruhiges bis mittleres Tempo.
Das nostalgische VINTERLAND-Gefühl bleibt auch im zweiten Track der fast 40-minütigen und insgesamt sieben Tracks starken Platte erhalten, obwohl „I mitt innersta“ nun klassische Reiterriffs und Tremolos ins Spiel bringt. Ein Track, der von seinen diversen Wechseln in Takt und Tempo lebt und besonders durch den klassischen Aufbau sowie einen gelungenen Drum-Break in der Mitte überzeugt.
Vergleiche zu ENTOMBED, MARDUK und auch SACRAMENTUM, auch wenn dies nur auf Songstruktur, Aufbau und stellenweise auf das Riffing anwendbar ist, könnte man bei „Du är död“ und dem nach dem kurzen Interlude folgenden „Välkommen“ ziehen. Denn beide Tracks sind so gebaut, dass sie immer wieder an den Stil der genannten Bands erinnern, dabei aber komplett eigenständig und individuell bleiben.
Während „Du är död“ auf epische Soli, mittleres Tempo und tiefgründigen Sound setzt, kommt „Välkommen“ zwar anfangs im gleichen bedrohlichen Slow-Mode daher, bricht dann aber in pure Raserei mit giftigem Riffing und infernalischem Gekeife aus. Wie auf dem Rest der Platte ist auch hier die Leadarbeit stark und trägt den Hauptteil zum einzigartig stimmigen Melodiebogen und den schön gesetzten Harmonien bei.
Was die Gitarren können, zeigen die Jungs nochmals beim vorletzten Track „Trohet“, der durch ein einfaches, aber sauber gesetztes Hauptriff vor mächtigem Blast glänzt und durch seine vielen Variationen in Takt und Tempo eine einzigartige Atmosphäre erzeugt.
Beendet wird die Reise mit „Utopi“, einem ruhigen instrumentalen Outro, das ein durchwegs gelungenes Album würdig abschließt.

Fazit:
Dödsdans ist ein starkes, authentisches und hervorragend umgesetztes Album, das den Geist der schwedischen 90er-Schule nicht nur zitiert, sondern mit eigener Handschrift weiterträgt. TYRANT WRATH schaffen es, nordische Kälte, epische Melodieführung und brachiale Raserei zu einem stimmigen Gesamtbild zu verbinden, ohne dabei wie eine bloße Kopie ihrer Vorbilder zu wirken.
Gerade die starke Leadarbeit, die sauber gesetzten Harmonien und das Spiel mit Takt und Tempo machen die Platte zu mehr als reiner Nostalgie. Dödsdans ist eine würdige Hommage an eine große Ära des Black Metal und zugleich ein eigenständiges Werk, das beweist, dass dieser klassische Sound auch heute noch mächtig, kalt und eindrucksvoll funktionieren kann.
Punkte:
Autor: Nicki
