Band: AGASCH
Album: Waldgeist
Genre: Atmospheric Black Metal
Trackliste:
01. Intro
02. Verfall der Leere
03. Des Waldgeists Tod
04. Fallbeil der Angst
05. Irdische Macht
06. Schattenbild
07. Umnachtete Gestalt des inneren Wesens

AGASCH aus Bayern sind seit 2019 aktiv und liefern deutschsprachigen Atmospheric Black Metal. Mit Waldgeist (2023) legt das Quartett ihr erstes vollwertiges Full-Length vor, das tief in melancholische, naturverbundene und existenzialistische Themen eintaucht. Es handelt sich um rohen, immersiven Black Metal mit starkem Fokus auf Atmosphäre, innere Zerrissenheit und die wilde Schönheit des Waldes.
Musikalisch baut das Album auf treibenden, oft tremolo-lastigen Gitarrenwänden auf, die viel Raum für schwebende, traurige Lead-Linien und akustische Einsprengsel lassen. Der Sound ist kalt, hallig und organisch produziert, ohne zu steril zu wirken. Das Schlagzeug ist hart, jedoch wird auf hämmernde Blastbeats verzichtet. Es erzeugt das Gefühl, dass der Wald nachhallt. Der Gesang ist durchgehend schreiend-krächzend, emotional aufgeladen und weit entfernt von cleanen Parts. Er klingt gequält, fast flehend, und sitzt wie ein Schleier auf instrumentalen den Abschnitten.
Das Album eröffnet mit dem kurzen, düster-ambienten „Intro“, das sofort die frostige Waldstimmung setzt. „Verfall der Leere“ bringt dann den ersten richtigen Schlag. Treibende Mid-Tempo-Riffs mit melancholischen Leads und einem Gefühl von unaufhaltsamem Verfall. „Des Waldgeists Tod“ ist der epische Höhepunkt mit fast 9:30 Minuten Spielzeit. Es kommt in mehreren Wellen. Der Track liefert dramatische Breaks und eine der stärksten emotionalen Bögen des Albums. „Fallbeil der Angst“ ist bereits aggressiver und direkter. Mit schneidenden Riffs und einem fast punitiven Drive wird der Puls in die Höhe getrieben. „Irdische Macht“ kehrt zur schwermütigen, langatmigen Seite zurück. Mit viel Hall und hypnotischen Wiederholungen ruft der Wald aus dunklen Ecken. „Schattenbild“ wirkt wie ein dunkler Spiegel. Fragile, fast post-blackige Momente wechseln sich mit dichten Ausbrüchen ab. Den Abschluss bildet „Umnachtete Gestalt des inneren Wesens“. Es ist ein langer, introspektiver Closer, der das Album in tiefer Resignation und innerer Dunkelheit ausklingen lässt.

Fazit:
Waldgeist ist ein starkes, sehr stimmiges Debüt, das atmosphärischen Black Metal mit echter emotionaler Tiefe verbindet. AGASCH zieht in eine kalte, unheimliche Waldwelt. Hierbei wird auf überflüssige Akzente und Effekte verzichtet.
Punkte:
Autor: Christian S.
