Band: CHALICE OF SUFFERING
Album: The Raven Cries One Last Time
Genre: Funeral Doom Metal
Label: My Kingdom Music
Trackliste:
01. Another Night In Pain
02. In The End…
03. All That Has Withered
04. Fading Memories
05. I Don’t Want To Fight…
06. The Raven Cries…

The Raven Cries One Last Time ist das 2026 erschienene dritte Album der Funeral Doom-Formation CHALICE OF SUFFERING aus Minnesota und verdeutlicht eindrücklich, dass selbst eine herausragende Produktion ein Album nicht zwangsläufig rettet, wenn Alleinstellungsmerkmale fehlen und strikte Genregrenzen das kreative Potenzial einschränken. Mehr dazu im folgenden Review.
Wie bereits eingangs erwähnt, gibt es am Sound von CHALICE OF SUFFERING nichts auszusetzen: Die Instrumente verfügen über satten Druck und wabern mystisch vor sich hin, was eine dichte, atmosphärische Kulisse schafft. Die Vocals treten in den Hintergrund und lassen sich treffend als tiefes, undefinierbares Geknurre beschreiben, das nahtlos in die Klanglandschaft übergeht.
Leider können die durch den Sound aufgebauten positiven Effekte vom mauen Songwriting nicht aufrechterhalten werden, da die Kompositionen schnell in Routine verfallen. Dabei bieten CHALICE OF SUFFERING mit diversen Synthesizer-Spielereien durchaus mythische und reizvolle Ansätze, die zu Beginn Lust auf mehr machen und eine epische Tiefe andeuten. Bedauerlicherweise verfährt sich The Raven Cries One Last Time in genretypischen Mustern, wodurch jede gute Idee in drei langsam aufeinanderfolgenden Riffs untergeht und die Spannung verpufft. Auch die beachtliche Gesamtlänge sorgt kaum für Abwechslung, sondern verstärkt eher die Monotonie. Stattdessen bleibt der Hörer mit einem Gefühl der Enttäuschung zurück, da das Potenzial des Sounds ungenutzt verpufft.

Fazit:
The Raven Cries One Last Time liefert zwar eine klangliche Meisterleistung ab, verliert sich jedoch in monotonem Songwriting und festgefahrenen Strukturen. Wer Atmosphäre über Innovation stellt, findet hier solides Handwerk, sucht aber vergeblich nach echten Überraschungsmomenten. Ein technisch solides Album, das leider an seinem eigenen, zu engen Genrekorsett erstickt.
Punkte:
Autor: Georg G.
