Band: MORIBUND OBLIVION
Album: Intertemporal
Genre: Black Metal
Label: Theogonia Records
Trackliste:
01. A Piece Of Infinity
02. Cold The Night
03. Deceptive Portals
04. In The Middle Of The Dark Chaos
05. Intertemporal
06. The Remains Of Your Ancestors
07. Time Is An Illusion

Düstere Ästhetik, hervorragende Arbeit an den Instrumenten und jene Tiefe, die man im Atmospheric Black so schätzt, sind nur drei Phrasen, die das bereits achte Studioalbum der 1999 gegründeten Blacker MORIBUND OBLIVION mit dem klingenden Titel Intertemporal beschreiben. Durchdachtes Songwriting und unverwechselbare Dynamik haben sich die vier Jungs aus der Türkei nämlich ebenso auf die Fahne geschrieben und lassen es somit bereits ab Track 1, „A Piece Of Infinity“, so richtig krachen: Durchdachtes und eindringliches Riffing, hervorragende Gitarrenbridges, unerbittliches Drumming und eisig-bitteres Gekeife erzeugen ein aggressiv-düsteres und trotzdem verspieltes Klangbild.
„Cold The Night“ und „Deceptive Portals“ stehen dem Opener in puncto Technik um nichts nach. Der ein oder andere harte Break sorgt dafür, dass Atmosphäre und Spannung noch dichter werden. Ein hervorragendes Solo an der Gitarre und ein geschickt gesetzter Break in „Cold The Night“ sind für die besondere, fast schon groovig-blackige Ausrichtung der Platte ebenso mitverantwortlich wie die fast schon dramatisch drückende Klanglandschaft in „Deceptive Portals“.
Rohe Brachialgewalt im Stile von Dark Funeral oder den älteren Emperor-Alben mit atmosphärischer Tiefe und Dynamik, wie man sie zum Beispiel bei Wolves in the Throne Room finden würde, zu verbinden, will gelernt sein und gelingt definitiv selten – nicht so MORIBUND OBLIVION. In „In The Middle Of The Dark Chaos“ gelingt genau dieser Spagat perfekt und ergänzt sich sogar durch das ein oder andere groovige Element, das durch eine hervorragende Basslinie entsteht.
Atmosphärisch tief und um einiges verspielter kommt das Herzstück und der mit Abstand stärkste Track der Platte daher: „Intertemporal“ – ein klangvoller und technisch sauber gemachter Song, der sich perfekt in den Albumkontext fügt, einen gewissen Flow mit sich bringt und druckvolle Elemente mit depressiv-traurigen Breaks und wunderschön fließenden Harmonien verbindet, die durch die hervorragende Instrumentalistik nur noch stärker zur Geltung kommen.
Nach all der leicht fließenden Verspieltheit ist die druckvolle Brachialnummer „The Remains Of Your Ancestors“ fast schon ein Schlag ins Gesicht – in diesem Fall aber kein unangenehmer, sondern eher ein Wangentatscherl, das den Hörer wieder aus dem zuvor erzeugten Tagtraum aufweckt und zur Aufmerksamkeit auffordert. Denn ohne diese würde die in puncto Songwriting geniale Nummer gar nicht zur Geltung kommen, denn hier verbinden sich wieder brachiale Gewalt, hervorragende Arbeit an den Instrumenten und tragende Harmoniebögen zu einem perfekten Gesamtpaket.
Beim Closer „Time Is An Illusion“ ist man fast etwas enttäuscht, dass die Reise zu Ende geht. Die letzte Nummer der absolut gelungenen Scheibe überzeugt nochmals mit fließender Linienführung, individuellem Riffing und einer Grundstimmung, die man durchaus als Alleinstellungsmerkmal bezeichnen kann, die Intertemporal definitiv zu einem besonderen Release macht und die musikalische Vielseitigkeit von MORIBUND OBLIVION noch einmal deutlich zeigt.

Fazit:
Intertemporal ist ein durchdachtes und in sich stimmiges Gesamtwerk, das vor allem durch seine gelungene Balance aus Brachialität, Atmosphäre und verspielter Dynamik glänzt. MORIBUND OBLIVION verstehen es, rohe Härte mit melodischer Tiefe und technisch sauberer Instrumentalarbeit zu verbinden, ohne dabei den roten Faden zu verlieren. Besonders die starke Leadarbeit, die druckvollen Breaks und die immer wieder eingestreuten groovigen Elemente verleihen der Platte ihren eigenen Charakter. So entsteht ein vielseitiges, dennoch geschlossen wirkendes Release, das sich klar vom Durchschnitt abhebt und die Erfahrung der Band deutlich widerspiegelt.
Punkte:
Autor: Nicki
