Band: PATRIARKH
Album: Hospodi IX.XI.MMXIX Live
Genre: Black Metal
Label: Via Nocturna
Trackliste:
01. IX Czas
02. Powieczerje
03. Wieczernia
04. Polunosznica
05. Utrenia
06. I Czas
07. III Czas
08. VI Czas
09. Liturgiya

PATRIARKH ist das Projekt von Sänger Bartłomiej „Bart“ Krysiuk, der nach dem erbitterten Rechtsstreit um den Namen BATUSHKA 2021 die Band umbenannte und mit PATRIARKH nahtlos fortsetzte. Der Sound bleibt sich trotzdem treu. Die Verschmelzung von sakralen Chören, blasphemische Texten und frostigen Riffs liefert eine finstere und kirchenhafte Atmosphäre.
Das Live-Album, aufgenommen am 9. November 2019 in Gdańsk (letzter Auftritt der originalen „Hospodi“-Tour unter dem alten Namen), ist ein rohes Dokument und versinnbildlicht die Gründungsphase nach der Namensänderung.
Der Sound ist an die Ursprungszeit erinnernder, doom-lastiger orthodoxer Black Metal. Jedoch ist die Wirkung durch die Live Aufnahme eine ganz besondere. Das Wiederhallen im Raum gepaart mit der Publikumsenergie lässt das Ganze um einiges wuchtiger erscheinen. Die Gitarren tragen das Fundament mit repetitiven und massiven Riffs. Das Schlagzeug bleibt präzise und militaristisch. Meist bleibt es im hypnotischen Mid-Tempo-Bereich mit hallendem, natürlichem Raumklang. Blastbeats tauchen nur sparsam auf, stattdessen dominiert stampfendes Hämmern, das den sakralen Puls unterstreichen. Der Gesang ist das zentrale Element. Markanter, orthodox anmutender Klargesang trifft auf mehrstimmige Chor-Passagen, die live durch den Saal hallen und eine blasphemisch-andächtige Intensität schafft. Es ist fast ein finsterer Gottesdienst.
Die Tracklist spiegelt fast 1:1 das Studioalbum „Hospodi“ wider, live jedoch mit roherer Wucht und spürbarer Bühnenpräsenz. Das Live-Album startet mit „IX Czas“. Es ist ein brachialer Einstieg mit harten Riffs und choralem Aufbau. So wird eine liturgische Schwere entfesselt. „Wieczernia“ enthält dichte Gesangsschichten. Gepaart mit mittleren Tempo ist dieser Track ziemlich erdrückend. Der dritte Track „Powieczerje“ treibt die Ekstase mit hypnotischen Instrumentals und starken Chor-Momenten weiter. „Polunosznica“ ist atmosphärisch dicht. Markante Breaks, frostige Gitarre verschmelzen gekonnt. Mit „Utrenia“ beginnen industrielle Einflüsse. Diese erreichen hier auch den Höhepunkt. Massive Riffs und chorale Ausbrüche lassen ein kathedralenhaftes Gefühl aufkommen. „I Czas“ ist treibend und aggressiv. „III Czas“ ist um einiges emotionaler und somit auch schwermütiger. „VI Czas“ baut Spannung auf und leitet zum letzten Track „Liturgiya“ über. Dieser ist ein epischer Closer, der live zu einem finster erhabenen Höhepunkt wird.

Fazit:
Hospodi IX.XI.MMXIX Live ist das Live-Dokument der letzten BATUSHKA-Phase und zugleich der Geburtsstunde von PATRIARKH. Es ist roher, wuchtiger und authentischer als das Studioalbum. Es bewahrt die magische, blasphemische Atmosphäre der Shows und macht die liturgische Kraft greifbar.
Punkte:
Autor: Christian S.
