Band: TEMPLE OF DREAD
Album: Dreadspawn Dominion
Genre: Death Metal
Label: Testimony Records
Trackliste:
01. Wings of Immortality (Intro)
02. Dreadspawn Dominion
03. Born to Rot
04. Hybrid Horde Eternal
05. Death March
06. Blood Pyre
07. Scorched by Cosmic Fire
08. Rites of Blasphemy
09. Artisan of Oblivion
10. Infernal Eternity

TEMPLE OF DREAD gibt es mittlerweile seit neun Jahren und Dreadspawn Dominion ist bereits das sechste Album der deutschen Band. Seit ihrer Gründung ist die ursprüngliche Besetzung außerdem von drei auf fünf Musiker angewachsen. An Erfahrung mangelt es hier also definitiv nicht und das hört man dem Album auch an. Die Produktion ist druckvoll, das Zusammenspiel präzise und die Band weiß sehr genau, welchen Death Metal sie spielen möchte.
Das kurze Intro „Wings of Immortality“ eröffnet das Album ruhig und atmosphärisch. Dabei wird bereits die düstere und teilweise fast filmische Stimmung vorbereitet, die im weiteren Verlauf immer wieder auftaucht. Mit dem Titelsong „Dreadspawn Dominion“ ist es dann allerdings schnell vorbei mit der Ruhe. Die Nummer verbindet klassischen Death Metal mit deutlichen Einflüssen aus Black und Thrash Metal. Trotz der modernen und sehr klaren Produktion klingt das Ergebnis grundsätzlich eher Oldschool. Besonders das schnelle Riffing und die finstere Atmosphäre sorgen für einen starken Einstieg.
„Born to Rot“ beginnt etwas langsamer und grooviger, bleibt aber nicht lange im Midtempo. Die Band arbeitet sich immer wieder in schnellere Passagen hinein und wechselt zwischen kontrolliertem Druck und vollständiger Eskalation. Dadurch wirkt die Nummer abwechslungsreicher, als es der zunächst recht geradlinige Aufbau vermuten lässt.
„Hybrid Horde Eternal“ setzt wieder stärker auf Geschwindigkeit. Neben den thrashigen Riffs tauchen technischere Übergänge und bewusst schräge Harmonien auf. Besonders interessant ist der deutlich langsamere Mittelteil, der beinahe in Richtung Doom Metal geht. Dieser Kontrast funktioniert gut und verhindert, dass das Album nach den ersten drei Nummern bereits zu gleichförmig wird.
Das erste wirkliche Highlight ist für mich „Death March“. Der Song nimmt das Tempo zurück und setzt stattdessen auf einen schweren, beinahe militärisch wirkenden Rhythmus. Dazu kommt ein wirklich fetter Breakdown, der sich nicht wie ein künstlich eingebauter Pflichtteil anfühlt, sondern logisch aus dem Riff entwickelt. Gerade hier zeigt sich, dass TEMPLE OF DREAD nicht durchgehend schnell spielen müssen, um brutal zu klingen.
„Blood Pyre“ geht anschließend wieder stärker in eine thrashige Richtung und besitzt einen überraschend groovigen Grundrhythmus. Die Gitarren arbeiten mit ungewöhnlicheren Melodien und Harmonien, wodurch sich der Song etwas vom restlichen Material abhebt. Trotzdem bleibt alles klar im Sound der Band verankert und wirkt nicht wie ein Fremdkörper.
„Scorched by Cosmic Fire“ beginnt etwas ruhiger und baut seine Intensität schrittweise auf. Neben den schnellen Death Metal Passagen sind erneut Einflüsse aus dem Black Metal zu hören. Dazu kommen dezente Synthesizer und eine insgesamt größere, fast kosmische Atmosphäre. Der Song gehört zu den melodischeren und epischeren Momenten des Albums, ohne dabei die notwendige Härte zu verlieren.
„Rites of Blasphemy“ verzichtet anschließend weitgehend auf solche Spielereien und geht wieder direkt nach vorne. Die Nummer ist schnell, aggressiv und deutlich geradliniger aufgebaut. Besonders das Riffing erinnert stellenweise an alten Thrash Metal, während Gesang und Schlagzeug klar im Death Metal bleiben. Das ist vielleicht nicht die originellste Nummer des Albums, funktioniert innerhalb der Trackliste aber als kompakter Schlag in die Fresse ziemlich gut.
„Artisan of Oblivion“ verbindet die verschiedenen Seiten der Band noch einmal miteinander. Technischere Riffs wechseln sich mit direkten Passagen und langsameren Teilen ab. Dazu kommen einige dissonante und bewusst unangenehme Harmonien, welche die finstere Stimmung verstärken. Der Song ist mit beinahe fünf Minuten etwas länger geraten und verliert zwischendurch ein wenig an Spannung, fängt sich aber durch die guten Tempowechsel immer wieder.
Mit „Infernal Eternity“ endet das Album deutlich langsamer und atmosphärischer. Statt eines letzten schnellen Angriffs setzt TEMPLE OF DREAD auf schwere Riffs, melodische Gitarren und einen längeren, teilweise von Synths getragenen Abschluss. Das funktioniert grundsätzlich gut und gibt dem Album ein richtiges Ende, zieht sich gegen Schluss für meinen Geschmack aber etwas zu lange.

Fazit:
Dreadspawn Dominion ist ein stark produziertes und handwerklich sehr gutes Death Metal Album. TEMPLE OF DREAD verbinden klassischen Death Metal mit Thrash Metal, Black Metal und einigen langsameren, beinahe doomigen Passagen. Dadurch klingt das Album trotz seiner klaren Oldschool Ausrichtung nicht vollständig nach einer weiteren Kopie der üblichen Vorbilder. Besonders gut funktionieren die Nummern dann, wenn die Band das Tempo reduziert und den Riffs mehr Platz gibt. Death March ist dafür das beste Beispiel und für mich auch das Highlight des Albums. Die schnellen Songs ballern zwar ordentlich, ähneln sich stellenweise aber etwas stärker. Insgesamt bleibt das Songwriting trotzdem abwechslungsreich genug und die düsteren atmosphärischen Elemente passen gut zum Grundsound.
Nach sechs Alben muss TEMPLE OF DREAD niemandem mehr beweisen, dass die Band Death Metal spielen kann. Dreadspawn Dominion erfindet das Genre nicht neu, klingt aber erfahren, druckvoll und konsequent. Wer Oldschool Death Metal mit starken Thrash Einflüssen und einer gelegentlich schwarzen Atmosphäre mag, sollte hier auf jeden Fall reinhören.
Punkte:
Autor: XXX
