SISYPHEAN – Divergence (2026)

Band: SISYPHEAN
Album: Divergence
Genre: Black/Death Metal

Trackliste:
01. The Tower
02. A Point In The Abyss
03. Occultation
04. Stupor Mundi
05. Hunting For Answers
06. In Divergence
07. Black Bird That Brings No Joy
08. Sangfroid

Die litauische Blackened-Death-Metal-Partie SISYPHEAN stellt mit Divergence bereits ihr drittes Studioalbum vor und lässt dabei Erinnerungen an Größen des Genres wie Dissection, Aura Noir und stellenweise auch Behemoth aufleben. Stilistisch bewusst unsauber und in der Instrumentalistik teils etwas zu brachial, um wirklich durchgehend starke Vibes zu erzeugen, donnert bereits der erste Song A Point In The Abyss nach dem Intro The Tower, das als gesprochene Einleitung fungiert, aus vollen Rohren los. Im Midtempo gehalten und fast schon ambiente-artig rumpelnd, lässt der Track erstmals an die polnischen Altmeister von Behemoth und deren legendäre Platte Grom aus dem Jahr 1995 denken.

In ähnlicher Marschrichtung geht es mit Occultation weiter. Nicht ganz so schlotzig und auch nicht ganz so giftig wie der Vorgängertrack wirkt die Nummer, aber durch das extrem lange und wie ein Metronom dahintickende Intro von Beginn an recht substanzlos, was das kalt-giftige Gekeife und das mittlere bis doch recht ruhige Tempo auch nicht verbessern können. Die typisch blackened-deathige Arbeit an den Leads ist da, dennoch bleibt auch diese eher simpel gehalten. Welche Idee hier verfolgt wird, ist prinzipiell klar, allerdings geht der Plan von giftig-bissigem Gekeife à la Aura Noir nur bedingt auf, und auch der fast episch anmutende Mittelteil macht den Track weder spannender noch besser.

Ein Weltwunder ist Stupor Mundi in Bezug auf Riffing und Aufbau auch nicht gerade – klar, das Rad kann keiner neu erfinden, aber gerade hier fallen starke Einflüsse von Dissection und besonders deren Legendenalbum Storm of the Light’s Bane auf. Auch in Hunting For Answers, In Divergence und Black Bird That Brings No Joy lassen die Jungs aus Litauen diese Einflüsse weiterleben, auch wenn hier auch der ein oder andere Einfluss der Herren von Panzerfaust mitgemischt haben dürfte.

Geschlossen wird das wenig individuelle, aber in sich stimmige Release von Sangfroid, einem über sieben Minuten langen Brecher, der nicht nur durch starke Gitarrenarbeit, hervorragende Harmonieführung und sauberen Aufbau überzeugt, sondern das erste Mal Individualität und Tiefe durchscheinen lässt und so ein doch recht durchwachsenes Release als stärkste Nummer am Schluss positiv beschließt.

Fazit:
Divergence lebt klar von seiner rohen, bewusst unsauberen Herangehensweise und den deutlich hörbaren Einflüssen von Dissection, Aura Noir und Behemoth, schafft es aber nur selten, daraus wirklich etwas Eigenständiges zu formen. Viele der Tracks wirken trotz vorhandener Ideen zu simpel, zu lang gezogen oder verlieren sich in Substanzlosigkeit, wodurch der Spannungsbogen immer wieder abreißt. Das Album funktioniert im Gesamtbild zwar, hinterlässt aber über weite Strecken kaum bleibenden Eindruck. Umso mehr sticht Sangfroid“ hervor, das erstmals Tiefe, Struktur und Individualität vereint und damit zeigt, was hier eigentlich möglich gewesen wäre.

Punkte:

Autor: Nicki