RODUNG – Waldvolk (2025)

   

Band: RODUNG
Album: Waldvolk
Genre: Atmospheric Black Metal
Label: Old World Wonders

Trackliste:
01. Winter singt von Endlichkeit
02. Niemals sterbend
03. Jagdhornschall
04. Geist wird neue Form
05. Weihopfer
06. Der Woelfe Waffenbund
07. Heunischenburg
08. Alter Zeit Gedenken
09. Weilandklage

RODUNG ist ein bayerisches One-Man-Projekt, das 2025 mit Waldvolk sein Debütalbum veröffentlicht hat. Stilistisch bewegt sich der Sound tief im Atmospheric Black Metal mit folkloristischen und paganen Einschlägen. Es ist roh, winterlich. Alte Sagen und die Kälte des Waldes sind Kernnoten. RODUNG bleibt nichtsdestotrotz eigenständig und vermeidet Klischees.

Musikalisch dominiert ein kalter, repetitiver und sehr atmosphärischer Ansatz: Die Gitarren weben langgezogene, frostige Riffs und akustische Einsprengsel, die den Wald fast zum Leben erwecken. Der Hall ist vielschichtig und einfach gehalten. Das Schlagzeug hält sich bewusst zurück, Es ist treibend, aber nie hektisch. Blastbeats werden nur punktuell eingesetzt, wodurch viel Raum geschaffen wird. Der Gesang ist durchweg roh, schwarzmetallisch-krächzend, fern und verzweifelt. Es erinnert an einen alten Geist, der durch die Bäume ruft, ohne je clean oder melodisch zu werden.

Das Album startet mit „Winter singt von Endlichkeit“, eine eiskalte Eröffnung, die sich in die Länge zieht. Anstatt unangenehmer Langatmigkeit spaziert man in den dunklen und eiskalten Wald. „Niemals sterbend“ wird direkter. Die hypnotischen Riffs spiegeln die Naturkraft wieder. Mit „Jagdhornschall“ wird die Atmosphäre spirituell, ähnlich einem Ritual. Man wird Teil der Jagd im Nebel. Der vierte Track „Geist wird neue Form“ transformiert die Stimmung. Mit Kälte und hypnotischer Gitarre fusioniert der dunkle Begleiter mit dem Wald. “Weihopfer“ ist ein kurzes Opferstück. Intensiv und kalt wird man in dunkle Untiefen gezogen. „Der Wölfe Waffenbund“ ist der kriegerischer Höhepunkt. Die Kombination von Aggression, inklusive Rudelgefühl, und melancholischer Weite schafft eine emotionale Spitze. Der Folgetrack „Heunischenburg“ leitet den Gegentrend ein. Archaisch und ortsverbunden beginnt pure Nostalgie und der Verfall. „Alter Zeit Gedenken“ nimmt viel Tempo raus. Langsam und mit viel Raum lässt man sich über 9 Minuten Zeit in Melancholie zu versinken. Eine Entlassung aus einem Spaziergang im eiskalten Wald, wenn bloß nicht „Weilandklage“ wäre. Traurig und Wehmütig seufzt der Wald noch einmal auf.

Fazit:
Waldvolk ist ein starkes, stimmungsvolles Debüt, das den Hörer sofort in eine winterliche, archaische Welt zieht. RODUNG schafft es, Atmosphäre über alles zu stellen, ohne in Belanglosigkeit abzugleiten. Man ist gespannt auf, dass was noch kommt. Die Messlatte ist zumindest hoch gelegt.

Punkte:

Autor: Christian S.