Band: NIGHT IN GALES
Album: Shadowreaper
Genre: Melodic Death Metal
Label: Apostasy Records
Trackliste:
01. Into The Evergrey
02. The Horrors Of Endlessness
03. Open The Sun
04. The Nihilist Delta
05. Spirals
06. Dead Inside
07. Window To The End
08. Sculptured And Defleshed
09. Walk Of Infinity

Melodic Death Metal ist in der heutigen Zeit ein weitläufiger Begriff, der kaum mehr etwas über den Musikgeschmack aussagt. NIGHT IN GALES schaffen dafür Abhilfe und zeigen mit Shadowreaper, wie die Ursprünge des Genres geklungen haben. Das Album ist eine Reise in die düsteren Ecken der MeloDeath-Vergangenheit.
NIGHT IN GALES haben 1995 ihre Karriere im deutschen Nordrhein-Westfalen begonnen und können auf einige Meilensteine zurückblicken. Nach der ersten EP folgte zwei Jahre nach ihrer Gründung ein Vertrag bei Nuclear Blast Records. Kurz darauf veröffentlichten sie ihr Debütalbum Towards the Twilights, das von der MeloDeath damals gelobt wurde. Fünf Jahre lang probierte die Band andere Metal-Subgenres aus, bis sie dann doch wieder zu ihren stilistischen Wurzeln zurückkehrte. NIGHT IN GALES fühlen sich innerhalb der Genre-Grenzen wohl und mit Shadowreaper unterstreichen sie auch hier ihre Entscheidung.
Die Produktion des neuen Albums hat länger gedauert als gedacht. Kurz vor dem Ende der Aufnahmen fiel dem Gitarrist Basten der ideale Opener ein. Ursprünglich war „Spirals“ dafür vorgesehen – nur wenn der Nachwuchs beim Sänger Müller nicht gewesen wäre. In einem Interview erklärte Basten, dass das Neugeborene ihm einen positiven Energieschub gab, den er in „Into The Evergrey“ kanalisierte. So kitschig wie die Opener-Geschichte klingt Shadowreaper glücklicherweise nicht. NIGHT IN GALES haben sich dem Melodic Death Metal der alten Schule verschworen, was im Klartext bedeutet: kein New-Metal-Clean-Gesang und keine Breakdowns. Wenn man einen guten Eindruck von ihrer Musik haben möchte, dann ist man bei „Into the Evergrey“ an der richtigen Adresse – es beinhaltet alle musikalischen Elemente, die die Band ausmachen. Für einen Deepdive in NIGHT IN GALES‘ Musik eignet sich „The Nihilist Delta“ sehr gut. Hier wird eine eingängige, melancholische Melodie mit einer wilden Palette an Schlagzeugbeats verbunden und zu einem Ohrenschmaus gemacht.
Was das Album so einzigartig macht, ist die Dynamik zwischen den Basten-Brüdern (Gitarren) und Ricci (Schlagzeuger). Man merkt bei allen dreien wie ideenreich sie in ihrer Spielweise sind – aber niemals alle zur selben Zeit. Wenn in der Gitarrensektion ein Riff nach dem anderen in die Saiten gehämmert wird, dann nimmt sich der Schlagzeuger – wie zum Beispiel bei „Sculptured And Defleshed“ zurück. Bei „Window To The End“ wird der Spieß umgedreht, indem die Gitarristen wenige facettenreiche Riffs spielen. Im Album achten NIGHT IN GALES darauf, ihre Lieder nicht mit einem Haufen Ideen zu überladen und das gelingt ihnen hervorragend.

Fazit:
NIGHT IN GALES liefern mit Shadowreaper ein kompromisslos nostalgisches Melo-Death-Album, das sich hörbar vor den 90ern verneigt. Wer die alten IN-FLAMES- vermisst und genug von modernen Core-Einflüssen hat, findet hier einen überzeugenden Nachfolger.
Punkte:
Autor: Julian D.
