MOROS – Cemetery Hallucinations (2026)

 

Band: MOROS
Album: Cemetery Hallucinations
Genre: Sludge/Doom Metal
Label: Morbid Chapel Records

Trackliste:
01. Wasted Burial
02. Drowned in Decomposed Remains
03. Terrors of the Flesh
04. Consumed by Agony
05. Cemetery Hallucinations
06. Abnormal Profusion
07. The Pool
08. Cretin

Nach sieben Jahren seit ihrem Debüt Weapon kehren MOROS mit Cemetery Hallucinations zurück – und präsentieren sich deutlich verändert. Während die frühen Veröffentlichungen noch stark von Sludge, Hardcore und Punk geprägt waren, bewegt sich die Band mittlerweile wesentlich tiefer in den düsteren Gefilden des Death Doom. Das Resultat ist ein Album, das schwerer, fokussierter und kompromissloser wirkt als alles, was MOROS bislang veröffentlicht haben. Cemetery Hallucinations lebt von seiner enormen Schwere.

Bereits Wasted Burial setzt den Ton für die folgenden knapp 37 Minuten: massive, tief gestimmte Riffs, ein drückender Bass und Vocals, die eher wie Schmerzensschreie aus einem offenen Grab klingen als wie klassischer Death-Metal-Gesang. Statt auf Geschwindigkeit setzt die Band überwiegend auf Gewicht und Atmosphäre.
Songs wie Drowned In Decomposed Remains oder Terrors Of The Flesh entfalten ihre Wirkung durch langsame, hypnotische Wiederholungen und eine bedrückende Klangkulisse, die sich immer weiter verdichtet. Die Musik wirkt dabei niemals überladen, sondern entwickelt ihre Intensität aus dem Zusammenspiel von schweren Riffs, donnernden Drums und einer nahezu greifbaren Finsternis.
Dabei erinnert das Album stellenweise an Größen wie AUTOPSY, COFFINS oder die doomigeren Momente von BOLT THROWER, ohne dabei wie eine bloße Kopie zu wirken. Die Band versteht es, klassische Death-Doom-Elemente in ein modernes und eigenständiges Klangbild zu übertragen.
Die größte Stärke des Albums liegt in seiner Geschlossenheit. Jeder Song wirkt wie ein weiterer Schritt tiefer in einen Albtraum aus Verwesung, Wahnsinn und Hoffnungslosigkeit. Besonders der Bass nimmt eine tragende Rolle ein und sorgt dafür, dass die Songs jederzeit körperlich spürbar bleiben. Das Schlagzeug von Mike Howard setzt dabei gezielt Akzente und verzichtet auf unnötige Ausschmückungen zugunsten maximaler Wirkung. Auch die Vocals überzeugen durch ihre rohe Intensität. Statt technischer Spielereien dominieren hier pure Verzweiflung und Aggression, was hervorragend zur Atmosphäre des Albums passt.
Zu den stärksten Momenten gehören der Titeltrack Cemetery Hallucinations sowie Consumed By Agony, die das Spannungsfeld zwischen doomiger Schwere und Death-Metal-Aggression besonders eindrucksvoll ausloten. Hier erreicht die Band jene beklemmende Intensität, die das Album über weite Strecken auszeichnet.
Die Kehrseite dieses Ansatzes ist jedoch, dass die Songs teilweise sehr ähnlich wirken. Wer mehr Dynamik oder stilistische Ausbrüche erwartet, könnte die zweite Albumhälfte als etwas gleichförmig empfinden. Gerade weil MOROS so konsequent auf Atmosphäre setzen, verschwimmen manche Stücke miteinander.

Fazit:
Cemetery Hallucinations ist ein schweres, bedrückendes Death-Doom-Album, das seine Wirkung nicht durch Geschwindigkeit oder technische Finesse erzielt, sondern durch pure Masse, Atmosphäre und Konsequenz. MOROS haben ihre Sludge-Vergangenheit weitgehend hinter sich gelassen und präsentieren sich heute als Band, die den Fokus klar auf vernichtende Riffs, massive Klangwände und eine durchgehend trostlose Stimmung legt. Das Ergebnis ist ein Album, das sich langsam entfaltet, dafür aber lange nachwirkt.

Punkte:

Autor: Elfi Davis