Band: HAINE
Album: Fertile Void
Genre: Deathcore
Trackliste:
01. The Apparition
02. Insentient
03. Blood Moon
04. Absolution
05. Hindrance
06. The Lake
07. The Symbiote
08. Twisted Monuments
09. Fertile Void
10. Death Spiral

Mit Fertile Void veröffentlichen HAINE ihr lang erwartetes Debütalbum und präsentieren ein Werk, das weit über klassischen Deathcore hinausgeht. Die Band aus Malta verbindet moderne Extreme-Metal-Elemente mit progressivem Songwriting, atmosphärischen Klanglandschaften und einem konzeptionellen Ansatz. Inhaltlich dreht sich das Album um den sogenannten „Contact Cycle“ – eine metaphorische Reise durch Angst, Selbstzweifel und letztlich Selbstfindung. Diese erzählerische Ausrichtung zieht sich konsequent durch alle zehn Songs und verleiht der Platte einen bemerkenswert geschlossenen Charakter.
Bereits „The Apparition„ macht deutlich, dass HAINE nicht auf den typischen Deathcore-Baukasten setzen. Atmosphärische Einleitungen gehen nahtlos in druckvolle Riffs, technische Rhythmen und massive Breakdowns über. Gleichzeitig schaffen es die Malteser, immer wieder melodische Akzente einzubauen, die den Songs zusätzliche Tiefe verleihen, ohne den aggressiven Grundcharakter zu verwässern.
Stücke wie „Insentient„, unterstützt von Andreas Bjulver (CABAL), oder „The Abyss Stares Back„ verbinden extreme Härte mit komplexen Arrangements und einem ausgeprägten Gespür für Dynamik. Blastbeats treffen auf atmosphärische Zwischenparts, während moderne Gitarrenarbeit und dichte Klangflächen eine beklemmende, fast cineastische Stimmung erzeugen. Besonders bemerkenswert ist dabei, dass technische Elemente nie zum Selbstzweck werden, sondern stets dem Spannungsaufbau dienen.
Die Produktion fällt ausgesprochen druckvoll aus. Sämtliche Instrumente besitzen ausreichend Raum im Mix, wodurch sowohl die schweren Riffs als auch die atmosphärischen Details hervorragend zur Geltung kommen.
Instrumental präsentiert sich HAINE auf beeindruckendem Niveau. Die Gitarren wechseln mühelos zwischen modernen Deathcore-Riffs, technischen Läufen und melodischen Leads, während das Schlagzeug permanent Druck erzeugt, ohne die Songs mit übertriebener Geschwindigkeit zu überfrachten.
Auch die Vocals gehören zu den größten Stärken des Albums. Tiefe Growls, aggressive Screams und vereinzelte emotionale Akzente verleihen den Songs eine enorme Ausdruckskraft. Die unterschiedlichen Gesangsstile fügen sich dabei organisch in das Gesamtbild ein und unterstützen die konzeptionelle Ausrichtung der Platte.
Zu den stärksten Momenten zählen „Insentient„, „The Apparition„ und der Titeltrack „Fertile Void„. Hier gelingt der Band die Verbindung aus technischer Präzision, emotionaler Atmosphäre und brachialer Härte besonders eindrucksvoll. Vor allem der Titeltrack bildet einen gelungenen Abschluss des konzeptionellen Spannungsbogens und fasst die musikalischen Stärken des Albums noch einmal eindrucksvoll zusammen.
Lediglich in einigen atmosphärischen Zwischensequenzen hätte eine etwas straffere Gestaltung dem Spannungsfluss gutgetan. Da das Album stark als Gesamtwerk funktioniert, treten einzelne Songs zudem etwas weniger als eigenständige Highlights hervor.

Fazit:
Fertile Void ist ein bemerkenswert ausgereiftes Debüt, das modernen Deathcore mit progressivem Songwriting und atmosphärischer Tiefe verbindet. HAINE beweisen eindrucksvoll, dass technische Härte, emotionale Intensität und konzeptionelles Erzählen hervorragend miteinander harmonieren können. Das Album fordert Aufmerksamkeit, belohnt diese jedoch mit einer Vielzahl an Details und einer bemerkenswert dichten Atmosphäre, die auch nach mehreren Durchläufen immer neue Facetten offenbart.
Punkte:
Autor: Elfi Davis
