Band: FUNERALIS
Album: Gateways To Esoteric Light
Genre: Black Metal
Label: Schattenkult Produktionen
Trackliste:
01. The Key Of Slavation
02. From The Ashes The Phoenix Flames Rises
03. Esoteric
04. Campanis ov Liberatio
05. I’am
06. Through The Silence Mystery
07. Nigredo
08. Portal Of Life & Death

Das vierköpfige Occult-Black-Quartett FUNERALIS stellt mit Gateways To Esoteric Light sein zweites Studioalbum vor. In ihrer Heimat bereits 2020 erschienen, kommen dank Schattenkult Productions nun auch Liebhaber soliden Occult Blacks in den Genuss des acht Tracks starken Longplayers.
Eröffnet wird mit dem klangvollen „The Key Of Salvation“, das – typisch occult-blackig – mit etwas, das an Regengeräusche vor einer Orgel erinnert, beginnt, nach kurzer Pause mit dorischer Gitarrenlinie einsteigt und schließlich in einem gewaltigen Blast aufgeht. Die Voice bleibt trotz des Tempos tief und grollend, was an Witchery erinnert, während das Riffing die Ästhetik des Black Metal der Neunziger mit einer gewissen Dissonanz verbindet. Hier gilt das Motto „einfach, aber effektiv“ – und genau das trifft den Charakter des Albums.
Mit „From The Ashes The Phoenix Flames Rises“ und „Esoteric“ verhält es sich ähnlich: ein schlichtes, aber wirkungsvolles Klangbild, das durch geschickt eingesetzte Tremolos, kirchentonalartige Modi im gefährlich okkulten Moll und gezielte Oktavensprünge eine kalte, bedrohliche Atmosphäre schafft. Besonders hervorzuheben ist die Voice, die eine schneidende Tiefe mit hervorragender Hörbarkeit kombiniert – ein Spagat, der sonst eher Dark Funeral gelingt, den FUNERALIS aber ebenso souverän meistern.
Wunderbar gespieltes, kurz eingesetztes Tremolo-Picking, dämonische, rituelle Gesänge und eine Kulisse aus hämmernden, aber präzise gespielten Drums prägen „Campanis Ov Liberatio“. Der Track besticht in erster Linie durch seine starke Melodieführung und die Abwechslung, die durch leicht deathige, chromatisch angehauchte Gitarrenläufe entsteht. Sakrale Clean-Parts und chorartige Gesangselemente runden das Bild ab.
Melodischer und grooviger zeigt sich „I’am“. Obwohl der Track fast nahtlos an den Vorgänger anschließt, kommt auch hier die Melodieführung nicht zu kurz – sie erinnert stark an die finnischen Occult-Blacker von Beherit.
Weniger melodisch, dafür schwerer und im Klangbild stark an die Griechen von Αχέροντας angelehnt, ist „Through The Silence Mystery“. Der Track überzeugt mit schnellen Tremolo-Passagen und ausgedehnten Ambient-Strecken, doch beim mittlerweile sechsten Song in Folge kann er die aufkommende Monotonie nicht ganz durchbrechen.
Auch „Nigredo“ schafft es nicht, die Spannung wieder anzuheben. Technisch einfach gehalten, entsteht Atmosphäre hier fast ausschließlich über die Melodieführung. Die Nummer übertrifft die Vorgänger noch in ihrer Schlichtheit – außer etwas Gekeife und leichten 4/4-Anschlägen passiert kaum etwas, was das aufmerksame Zuhören nicht unbedingt erleichtert und stellenweise an die ideenärmere Phase von Darkthrone erinnert.
Der Closer „Portal Of Life & Death“ startet wieder tremololastig, mit zügigem Blast hinter einem dumpfen, düsteren Schrei. Der okkulte Stimmungsaufbau gelingt, auch wenn die Nummer nicht mehr viel Abwechslung bietet. Dennoch rundet sie das Album schlüssig ab und beendet eine insgesamt stimmige, wenn auch stellenweise etwas zu einheitlich gehaltene Platte.

Fazit:
Gateways To Esoteric Light ist ein okkultes, atmosphärisch dichtes Werk, das FUNERALIS’ Gespür für Ritualistik, Dissonanz und finstere Stimmung eindrucksvoll unter Beweis stellt. Die Mischung aus klassischem Riffing, gezielten Tremolos und sakralen Elementen funktioniert hervorragend und schafft eine dunkle, bedrohliche Klangwelt, die sich klar an den großen Namen des Occult Black orientiert.
Allerdings leidet das Album ab der zweiten Hälfte etwas unter Gleichförmigkeit – die Strukturen wiederholen sich, und der anfänglich starke Spannungsbogen flacht merklich ab. Trotz dieser Schwäche bleibt Gateways To Esoteric Light ein stimmiges, solide komponiertes Werk, das gerade durch seine Konsequenz und die rohe spirituelle Energie überzeugt.
Punkte:
Autor: Nicki
