FORCED SHADOW – Strands Of Darkness (2025)

Band: FORCED SHADOW
Album: Strands Of Darkness
Genre: Melodic Death Metal

Trackliste:
01. Intro
02. Burning Maiden
03. Ghosts Of The Past
04. Let Me Live
05. Throne Of Death
06. The Fall Of Society
07. Miasma
08. Project
09. Shadows
10. Gone In Silence

FORCED SHADOW – Melo Death der anderen Art

Melodic Death Metal ist im Vergleich zu Thrash, Black und Death noch jung, aber kann auch eine Neuauflage brauchen. Die Schweizer Band FORCED SHADOW hat einen interessanten Zugang zu dem Subgenre und versucht mit Songstrukturen jenseits der Metal-Norm den Begriff MeloDeath auszudehnen. Dieser Versuch ist ernst geworden und das Resultat ist ihr Debüt Strands Of Darkness.

Im kleinen Schaffhausen (SUI) formierte sich FORCED SHADOW zu einer vierköpfigen Melodic Death Metal Band, die seit sechs Jahren in der Schweizer Metzalszene mitmischt. FORCED SHADOW stehen in der Tradition der Schweizer Metal-Avantgarde – weniger brutal als CORONER, aber mit demselben Hang zum Unkonventionellen. Veröffentlicht haben sie bis heute wenig: 2019 kam ihre Demo Burning Maiden, worauf 2021 ihre Single Kill Your Neighbour folgte – erst vier Jahre später ist ihr Debüt Strands Of Darkness veröffentlicht worden.

Nach einem ordentlichen Hördurchgang lernt man durch das vierzig-minütige Album zwei stilistische Seiten von FORCED SHADOW kennen. Sie bezeichnen ihre Musik als schwer, mit eingängigen, melodischen Gitarrenlinien, was mit „Project“, „Miasma“ und „Let Me Live“ unterstrichen wird und gut ankommt. Man kann zu den Liedern gut die melancholische Seele baumeln lassen und man erkennt klar, wann die Köpfe kreisen sollen.

Die Band wirft mit Ideen um sich wie ein Betrunkener mit Konfetti – nur leider landet nicht alles auf dem Publikum. Ruhige Songpassagen und mehrspurige Gitarren sind eine willkommene Abwechslung zu dem üblich wilden Metalsound – bei Strands Of Darkness wirkt es eher verwirrend. In „The Fall Of Society“ werden die Sprechgesänge von verzerrten Gitarren übertönt, die eingängigen Gitarrenlinien werden in „Gone In Silence“ zu einem wirren Gitarrengeflecht. Zudem wirken die Rhythmuswechsel bei „Throne Of Death“ wie ein Schaltgetriebe ohne Kupplung. Es ist technisch beeindruckend, aber mit der Zeit ermüdend.

Fazit:
Man muss FORCED SHADOW hochalten, dass sie sich bemühen von der typischen Songstruktur-Norm abzuweichen – darum Respekt für ihre Experimentierfreudigkeit und ihren Mut. Wer Erfindergeist feiert und die etwas andere Death Metal Musik sucht, ist bei Strands Of Darkness goldrichtig.

Punkte:

Autor: Julian Dürnberger