Band: BULLCREEK
Album: Osschaert
Genre: Melodic Death Metal
Label: Iron, Blood And Death Corp.
Trackliste:
01. Intro / Woods Of Wiesel
02. The Serpent´s Egg
03. Bullhead
04. Dorset Ooser
05. Osscheart
06. Deliverance
07. Monastery

Mit dem Album Osschaert der niederländischen Melodic Death Metal-Band BULLCREEK veröffentlicht das mexikanische Label Iron, Blood And Death Corp. ein in Vergessenheit geratenes Stück Death Metal-Geschichte. Ursprünglich wurde das Werk 2017 über das Label Raw Skull Recordz auf den Markt gebracht. Die Band selbst existierte nur von 2016 bis 2017 und ist daher wohl vielen Genre-Anhängern kein Begriff. Auf den Silberling wurden 7 Tracks gepackt und diese bieten Unterhaltung für 45 Minuten und 47 Sekunden.
Schon beim Opener „Woods Of Wiesel“ inkl. Intro zeigt sich schon, dass es sich bei den Niederländern um Musiker mit viel Erfahrung handelt. Die Einleitung gestaltet sich sehr harmonisch und lässt den Zuhörer sanft in dieses Album gleiten. Nach ca. einer Minute bekommt man dann die erste Kostprobe zu hören. Geboten wird durchaus melodischer Oldschool Death Metal wie man ihn so aus den späten Neunzigern kannte und lieben gelernt hat. Man performt fast ausschließlich im Mid-Tempo und lädt die Hörerschaft so zum zaghaften Kopfnicken und Mitschunkeln ein. Erst in der Mitte nimmt der Track kurzfristig mehr Fahrt auf und so sorgt man für notwendige Abwechslung. Einzig die Laufzeiten mit über 5 Minuten sind gefühlt zu lange, da man dafür zu wenig anbietet, um als Zuhörer bei Laune gehalten zu werden. Der Sound ist klar und druckvoll zugleich und lässt keine Wünsche offen. Mit mehr Doom-Anleihen geht es dann im zweiten Track „The Serpent´s Egg“ weiter. Auch hier kann man mit eingängigen Melodien punkten und bietet diesmal auch mehr Facetten an, um die Spieldauer von ca. 6,5 Minuten rechtfertigen zu können. In der dritten Nummer „Bullhead“ beginnt man dann gleich dynamischer und schneller und kann so den in der Hängematte liegenden Hörer überraschen. Aber dieses neue Gesicht der Niederländer kann nur kurz für eine Gefühlsregung sorgen, da es danach gleich in altbewährter Manier weitergeht. Auch wenn sie gute Arbeit leisten, gelingt es BULLCREEK nicht, sich aus den selbst geschnürten Fesseln zu befreien. Zu ähnlich klingen die Nummern und sind auch vom Aufbau her zu gleichförmig. „Dorset Ooser“ zieht sich dann anfangs wie ein doomiger Kaugummi und erst nach knapp 1,5 Minuten können eingängige Melodien für etwas Farbe im Spiel sorgen. Hier sollte man jedoch etwas Geduld aufbringen, da nach ca. 2,5 Spielzeit richtiger Fahrtwind aufkommt und die Niederländer erstmals ihre Fesseln lösen und befreit aufspielen. Die Nummer ist dann wesentlich flüssiger als alle Tracks zuvor und man hat das Gefühl, dass sich eine ganz andere Scheibe im Player dreht. Und es wirkt als wäre diese 90° Wendung der Startschuss für ein neues Kapitel gewesen, denn auch im folgenden namensgebenden „Osscheart“ wirkt man aktiver und kann mit der Performance den Zuhörer durchwegs bei Laune halten. Im vorletzten Titel „Deliverance“ bekommt man anfangs einen Mix aus melodischem Death und Doom Metal geboten und wechselt dann zu groovigem Death Metal. Mit dieser Kombination kann man auch hier die Hörerschaft sättigen. Abgeschlossen wird das Album von Song „Monastery“. Hier bleibt man der mitreißenden Gangart treu und entlockt der Meute ein ums andere Mal ein Kopfnicken. Zum Ende hin erklingt sogar noch eine klare Frauenstimme. Diese hätte man ruhig öfters einbinden sollen um innovativer zu wirken. Aber zusammenfassend kann man dieses erste und einzige Album von BULLCREEK als gelungen werten und es ist schade, dass sich die Band danach aufgelöst hat. Wäre interessant gewesen wie sich die Niederländer entwickelt hätten.

Fazit:
Das Debut-Album Osschaert der niederländischen Band BULLCREEK bietet einen guten Mix aus Melodic Death- und Doom Metal. Anfänglich wirkt man noch etwas steif und in eigenem Schubladen-Denken gefangen, aber ab der Mitte entfaltet sich das Werk immer besser und kann den Zuhörer dann bis zum Ende fesseln.
Punkte:
Autor: Thomas Mais-Schöll
