ATROX TRAUMA – Where Death Hunts (2025)

Band: ATROX TRAUMA
Album: Where Death Hunts
Genre: Death/Thrash Metal
Label: WormHoleDeath

Trackliste:
01. We Hate Each Other
02. Where Are The Graves
03. Problem, Reaction, Solution
04. Demolish Them All
05. Emptiness
06. Where Death Hunts
07. I Am the Master (Burning Desire)
08. Freedom Is The Life
09. Raise The Level
10. When You Enter The Hall Of Oblivion

Die Wilde Jagd? Nein, der Tod jagt!

Das ist kein Witcher-III-Fanartikel, leider nein. Hier geht es um eine andere Art von Jagd, nämlich um Where Death Hunts. Die ungarischen Death/Thrash Metaller ATROX TRAUMA melden sich heuer mit ihrem zweiten Album und versprechen sich viel davon. Laut einer Pressemeldung hat die Band „unzählige Stunden im Studio verbracht“, um ihr Debütalbum übertreffen zu können. Das sehen wir uns einmal genauer an.

Der Stil von ATROX TRAUMA ist ein Mix aus klassischem Bay Area Thrash à la EXODUS und SLAYER mit einer Note von ROTTING CHRIST. Die Band wurde 2008 gegründet, veröffentlichte zunächst Demos und begann live zu spielen. 2022 waren sie bereits beim italienischen Label WormHoleDeath unter Vertrag und brachten im selben Jahr On The Line Of Nothing And Something heraus.

Im Debüt riecht man die ROTTING-CHRIST-Duftnote intensiv, was teilweise auch der Soundtechnik geschuldet ist. Hier steht der Gesang im Vordergrund, wohingegen in Where Death Hunts beim Schlagzeug und der Gitarre die Volume-Regler aufgedreht wurden. Das lassen ATROX TRAUMA einen gleich im Opener „We Hate Each Other“ spüren und starten mit Blastbeats und sägenden Riffs los. Ihre thrashige Ader kommt aber nicht zu kurz: bei „Where Are The Graves“ sind die EXODUS- und SLAYER-Einflüsse zu hören und ziehen sich ab dem Zeitpunkt konsequent im Album durch. Das Highlight stellt „Problem, Reaction, Solution“ dar, das mit gesellschaftspolitisch kritischen Texten und packendem Songwriting überzeugt. Gelegentlich steigt auch der schwefelige Gestank von Doom in die Nase und bringt mit „Emptiness“ und „Demolish Them All“ Abwechslung.

Alles schön und gut, aber es ist Zeit, Tacheles zu reden: Der Titeltrack „Where Death Hunts“ fällt im Vergleich deutlich ab. Zu Beginn und am Ende liefern ATROX TRAUMA heftige Riffs in bester Thrash-Manier, doch im Mittelteil kippt die Stimmung in folkloristische Rituale mit Männerchören und pompösen Trompeten. Der Bruch ist so stark, dass der Song aus dem ansonsten düsteren, aggressiven Gesamtbild herausfällt – für mich ein Experiment, das hier nicht aufgeht.

Fazit:
Bis auf den folklorischen Ausrutscher hat sich die stundenlange Arbeit von ATROX TRAUMA bezahlt gemacht. Thrash Metaller und ROTTING CHRIST-Aficionados machen mit dem Kauf von Where Death Hunts nichts falsch.

Punkte:

Autor: Julian Dürnberger