Band: ASTAR
Album: Journey Beyond The Ages
Genre: Melodic Black Metal
Trackliste:
01. Hyperborean Sky
02. The Prophecy of War
03. Homeland
04. Timeless Mountain
05. A Ballad for the Rising Hero
06. Legacy of the Fall
07. The Emerald King
08. Journey Beyond the Ages
09. Munsalvaesche

Mit Journey Beyond The Ages veröffentlicht die internationale, aber vorwiegend italienische Symphonic Pagan Black Metal-Partie ASTAR ihr erstes vollständiges Studioalbum nach mehreren EPs und Singles seit dem Gründungsjahr 2022 und liefert 9 starke Tracks mit klingenden Melodien, tragenden Soundlandschaften und solider Instrumentalistik.
Oft ist weniger mehr, auch im Pagan Black – das wird schon beim ersten Track „Hyperborean Sky“ deutlich. Denn nach ruhigem Intro simmert die Nummer mit eingängiger Melodie durchwegs angenehm dahin und verzichtet dabei komplett auf das typische epische Gehabe, büßt allerdings nichts in puncto Struktur und Aufbau ein. Auch in Sachen Instrumentalistik wird’s hier eher klassisch und simpel gehalten.
Trotz höherem Tempo will allerdings in „The Prophecy of War“ nicht wirklich Druck entstehen. Neben den durchaus präsenten Synthies hätte es hier mehr Variation gebraucht, um das volle Potential der Nummer auszuschöpfen, auch wenn sich „The Prophecy of War“ nicht weniger angenehm zu hören präsentiert als schon der Opener.
Epischer, tragender und tiefer wird’s mit „Homeland“, welcher als Brücke zur nächsten Nummer „Timeless Mountain“ dient und diese mit seinem eingängigen Aufbau aus Synthie und Keyboard perfekt einleitet. Denn „Timeless Mountain“ zeigt fast schon eine weiche und zärtliche Seite, was nicht zuletzt an den klaren und sanften weiblichen Vocals am Beginn liegt. Allerdings gelingt auch hier der im Verlauf offenbar beabsichtigte Druck- und Stimmungsaufbau nicht wie gewünscht, was der Nummer ein bisschen die Überzeugungskraft nimmt und auch in „A Ballad for the Rising Hero“ nochmals deutlich wird. Hier werden zudem deutliche SUMMONING-Einflüsse hörbar, die zwar hervorragend in den Albumkontext passen, allerdings die Individualität nehmen und der eigentlich gut strukturierten und gut aufgebauten Idee hinter „A Ballad for the Rising Hero“ die Zähne ziehen.
Wunderschöne Melodieführung und starker Spannungsbogen und variantenreiches Gitarrenspiel – das ist es wohl, was „Legacy of the Fall“ am besten beschreibt. Ein Track, der endlich umsetzt, was die Platte bisher versprochen hat und zwar epischen, druckvollen Pagan Black, der eine gewisse Atmosphäre schafft. Auch instrumental ist die Nummer stärker: starkes und variantenreiches Riffing, ein eingängiges Leitmotiv und der ein oder andere Tempowechsel und Break erzeugen genau die gewünschte Dramatik, die vermutlich von Anfang an angestrebt war.
Mit Druck und Atmosphäre ist es bei „The Emerald King“ aber auch schon wieder vorbei nicht, weil die Nummer nicht liefern kann, sondern weil hier Individualität großgeschrieben wird und der größte Teil des Tracks aus einem ruhig gehaltenen und erhabenen Instrumental besteht, das großartig in den Albumkontext passt und Journey Beyond The Ages das gewisse Etwas verleiht.
Der Titelgeber „Journey Beyond the Ages“ kommt in anderem Kleid daher und präsentiert sich mit Anleihen von EINHERJER und dem typischen SUMMONING-Vibe. Beides sorgt für den ein oder anderen Wow-Moment und hebt sich durch ihren Aufbau und ihre eingängige Melodieführung positiv von allen anderen Tracks ab.
Geschlossen wird die Reise von „Munsalvaesche“, einem wieder sehr ruhigen und synthielastigen Track, dem es erneut nicht recht gelingen will, Druck und Tiefe zu erzeugen, der aber in sich geschlossen und sauber gemacht ist und sich perfekt in den Albumkontext fügt.

Fazit:
Mit Journey Beyond The Ages liefern ASTAR ein solides und in sich stimmiges Debütalbum, das vor allem mit schönen Melodiebögen, tragenden Soundlandschaften und einer durchwegs angenehmen Atmosphäre punkten kann. Instrumental gibt es wenig auszusetzen und gerade dann, wenn die Band etwas mehr Variation zulässt und an Tempo und Dramatik zulegt, zeigt sich deutlich, welches Potential in den Nummern steckt. Genau hier liegt allerdings auch die größte Schwäche der Platte: an einigen Stellen fehlt es an Druck, Tiefe und Spannungsaufbau, wodurch eigentlich starke Tracks etwas an Überzeugungskraft verlieren. Auch die immer wieder deutlichen Einflüsse von Bands wie SUMMONING nehmen ASTAR stellenweise etwas von ihrer Individualität. Dennoch ist Journey Beyond The Ages ein gelungenes und angenehm zu hörendes Debüt, das mit einigen wirklich starken Momenten aufwartet und vor allem zeigt, dass hier durchaus noch einiges an Potential vorhanden ist.
Punkte:
Autor: Nicki
