GRAVECRAWLER – Nidus (2026)

Band: GRAVECRAWLER
Album: Nidus
Genre: Death Metal

Trackliste:
01. Contagion
02. Primordial Sludge
03. The Flesh Remembers
04. Fetid Bloom
05. Bogs of Torvus
06. Stagnant
07. Carrion Soil
08. The Untended Seeding
09. Manifest Entropy
10. Nothingness Awaits
11. Contagion (Single Edit)

Eine Truppe namens GRAVECRAWLER, welche direkt aus Stockholm kommt und sich bereits seit 2019 durch die schwedischen Katakomben wühlt, bringt nun mit Nidus ihr erstes Full-Length-Album aus dem modrigen Boden. Wer jetzt beim Stichwort Schweden sofort an den guten alten HM-2-Sound denkt, liegt hier schon mal nicht falsch, denn es wird ordentlich Black Metal mit einer Prise Slam gemischt!

„Contagion“ eröffnet den Reigen dann auch gleich mit fetten Riffs und räudigem Gesang, die angenehm dreckig aus den Boxen quillen. Hier klingt nichts geschniegelt oder künstlich, sondern direkt wie Death Metal meiner Meinung nach klingen darf und zwar fett, böse und mit ordentlich Dreck unter den Fingernägeln.
Der nächste Song mit dem Namen „Primordial Sludge“ marschiert etwas schleppender daher und bleibt mit seinen schweren Riffs und den immer wieder wechselnden Drums ziemlich schnell im Gehör hängen. Überhaupt sind die Gitarren eine der großen Stärken dieses Albums, denn neben der obligatorischen Kettensäge gibt es immer wieder feine Melodien und Leads zu entdecken.
„The Flesh Remembers“ und „Fetid Bloom“ treiben das Hörvergnügen weiter voran, wobei gerade letzterer Track mit seinem morbiden Flair ordentlich zu gefallen weiß.
Bei „Bogs of Torvus“ wird es dann stellenweise fast schon melodisch, ohne dass GRAVECRAWLER auch nur daran denken würden, ihre dreckigen Stiefel sauber zu machen. „Stagnant“ geht daraufhin wieder ordentlich in die Tiefe und verbindet schleppende Passagen mit rasanteren Ausbrüchen, wodurch dankenswerterweise keine Langeweile aufkommt. Mit „Carrion Soil“ wird dann auch die Slam-Keule ausgepackt und der Song sorgt für ein paar besonders fiese Nackenschläge, ohne dabei zum alleinigen Stilmittel zu werden.
„The Untended Seedling“ und „Manifest Entropy“ schlagen daraufhin wieder etwas atmosphärischere Töne an und zeigen, dass GRAVECRAWLER mehr können, als nur permanent die Kettensäge laufen zu lassen. Zum Abschluss wartet mit „Nothingness Awaits“ ein würdiger Rausschmeißer, der das Album nochmals mit einer düsteren und beinahe apokalyptischen Atmosphäre ausklingen lässt.
Was mir an Nidus besonders gefällt, ist die Tatsache, dass die Band trotz aller bekannten Zutaten nie das Gefühl vermittelt, einfach nur eine Checkliste des schwedischen Death Metal abzuarbeiten. Eines steht fest, das Rad wird hier nicht neu erfunden, aber wenn die Riffs dermaßen sitzen, darf man von mir aus gerne noch ein weiteres Mal durch den modrigen Friedhof stapfen. Auch der Bass bekommt erfreulich viel Raum und sorgt gemeinsam mit den wuchtigen Drums dafür, dass das Gesamtwerk stimmig ist.

Fazit:
Mit dem Album Nidus liefern GRAVECRAWLER ein verdammt starkes Debüt ab, das Old School Swedish Death Metal mit schwarzer Atmosphäre und einer kleinen Portion Slam zu einer ziemlich giftigen Mischung verrührt.
Wer auf fette HM-2-Gitarren, räudige Vocals und Riffs steht, die einem auch nach dem dritten Bier noch ordentlich Spaß bringen, sollte hier definitiv zugreifen. Keine Revolution und sicherlich nichts für Freunde klinisch sauberer Produktionen, jedoch ein ehrliches, dreckiges und verdammt unterhaltsames Death-Metal-Gemetzel.

Punkte:

Autor: Sabine W.