Band: PLAGUEPREACHER
Album: Abyssol
Genre: Black Metal
Label: Grazil Records
Trackliste:
01. Dawnfall
02. Valravn I
03. Misanthropic Terror Squad
04. De letzte Sun
05. Abyssol
06. Black Witcher
07. Plaguepreacher
08. Valravn II

Gut Ding will Weile haben. So lautet ein schon Jahrhunderte alter Spruch, der sich immer wieder bewahrheitet. Natürlich macht diese Weisheit auch keinen Bogen um die musikalische Landschaft Österreichs. PLAGUEPREACHER existieren bereits seit dem Jahr 2018, haben seitdem zwei Split-Scheiben und eine EP veröffentlicht. In diesem Jahr stand nun die Premiere ihres ersten Langspielers an. In einer unheiligen Zeremonie getauft, hört dieser auf den Namen Abyssol. Aber wird der Erstling uns, wie der Name es verlauten lässt, in die Tiefe reißen?
Für diesen Versuch räumen sich PLAGUEPREACHER knapp 40 Minuten ein und ganze acht Versuche. Das Quartett aus Salzburg bietet eine rohe, aber sauber produzierte Schlachtplatte, die tief in die Schwärze des Black Metal getaucht wurde. Den Anfang macht das instrumentale Stück „Dawnfall“, welches euch schon mal ordentlich in Stimmung bringt. Mit „Valravn I“ beginnt die Zeremonie dann eindrucksvoll. Knapp vier Minuten gibt es hier ordentlich auf die ‚Goschn‘, dies wechselt sich allerdings mit Momenten ab, die schon fast entspannend wirken.
Was direkt auffällt, ist der Mix. Die Vocals werden präsenter im Vordergrund positioniert, als es bei vielen anderen Produktionen im Black Metal oftmals der Fall ist. Der zweite Teil, „Valravn II“ wird später übrigens das Album beschließen. Also die Klammer, die sich um das Album schließt. Positiv auffallend ist auch der Titel „De letzte Sun“. Das Stück wird mundartgerecht in der heimischen Sprache dargeboten. Man kann sagen, was man will, aber gerade die Mundart der Alpenregion – ob nun Bajuwarisch oder Salzburgerisch – verleiht gerade dem Schwarzmetall eine sehr eigene und eindringliche Note. Die restlichen Titel der Scheibe reihen sich dann überwiegend in die Spielweise, der schon angesprochenen Titel ein. Etwas schade, dass es mit „De letzte Sun“ nur einen Titel mit Mundart auf das Album geschafft hat.

Fazit:
Nach acht Jahren präsentiert uns PLAGUEPREACHER nun ihr erstes Vollalbum. Das Warten hat sich definitiv gelohnt. Gekonnt präsentiert das Vierergespann eine Mischung aus Hass und Energie, welche allerdings genau weiß, wann man mit ruhigeren Passagen aufwarten kann, um das musikalische Gewand nicht allzu monoton wirken zu lassen. Abyssol wird wohl nicht das Album des Jahres werden, allerdings hinterlässt es einen starken Eindruck und ihr solltet euch den Namen PLAGUEPREACHER merken!
Punkte:
Autor: Julian Gabelunke
