BELLIGERENCE – Liturgies Of The Vile Ones (2026)

 

Band: BELLIGERENCE
Album: Liturgies Of The Vile Ones
Genre: Death Metal

Trackliste:
01. Self-Mutilation Abjured
02. The Travesty
03. Reign Through Defilement
04. Vengeful Slaughter
05. Liturgies of the Vile Ones

Gerade einmal 2022 gegründet und bereits mit ihrer zweiten EP am Start: BELLIGERENCE gehören zu den spannendsten Newcomern der deutschen Death-Metal-Szene. Mit Liturgies Of The Vile Ones beweisen die Berliner eindrucksvoll, dass technischer Death Metal weder steril noch überladen klingen muss. Stattdessen verbindet das Trio klassische US-Death-Metal-Wurzeln mit modernen Einflüssen und schafft dabei einen Sound, der gleichermaßen brutal, präzise und erstaunlich organisch wirkt. Deutliche Einflüsse von MORBID ANGEL, BEHEMOTH oder DECAPITATED sind zwar hörbar, dennoch entwickelt die Band bereits eine eigene Identität.

Mit Self-Mutilation Adjured legt die EP ohne Umschweife los. Rasende Blastbeats treffen auf messerscharfe Riffs, die sich immer wieder in groovende Midtempo-Passagen verwandeln. Genau dieses Wechselspiel macht einen großen Reiz der Veröffentlichung aus. BELLIGERENCE verstehen es, Geschwindigkeit nicht als Selbstzweck einzusetzen, sondern ihre Songs durch clevere Breaks und dynamische Spannungsbögen abwechslungsreich zu gestalten. Besonders The Travesty und Reign Through Defilement zeigen das Gespür der Band für eingängige Strukturen innerhalb eines technisch anspruchsvollen Rahmens. Die Gitarrenarbeit bleibt jederzeit präzise, verliert sich aber nie in bloßer Virtuosität. Stattdessen dominieren starke Riffs, die auch nach mehreren Durchläufen im Gedächtnis bleiben. Die Produktion präsentiert sich druckvoll und transparent, wodurch selbst die dichtesten Arrangements ihre Wucht entfalten können.
Instrumental agieren BELLIGERENCE bereits erstaunlich abgeklärt. Das Schlagzeug arbeitet mit chirurgischer Präzision und verbindet rasante Blastbeat-Passagen mit druckvollen Groove-Parts. Die Gitarren liefern eine beeindruckende Mischung aus klassischer Death-Metal-Härte und modernen technischen Elementen, während der Bass dem Sound zusätzliche Tiefe verleiht.
Auch die Vocals überzeugen auf ganzer Linie. Tiefe Growls wechseln sich mit aggressiveren Ausbrüchen ab und fügen sich perfekt in die massive Instrumentierung ein. Trotz aller Brutalität bleibt das Klangbild jederzeit ausgewogen und verliert nie an Durchsetzungskraft.
Zu den stärksten Momenten gehören The Travesty und der abschließende Titeltrack Liturgies Of The Vile Ones, in denen die Band ihre gesamte Bandbreite zwischen technischer Präzision, Groove und kompromissloser Aggression eindrucksvoll demonstriert. Auch Reign Through Defilement sorgt mit dezenten Thrash-Einflüssen für zusätzliche Abwechslung innerhalb der EP.
Der einzige wirkliche Kritikpunkt liegt in der kurzen Spielzeit. Nach knapp 25 Minuten ist bereits Schluss, obwohl die EP gerade dann ihr volles Potenzial entfaltet. Die fünf Songs hinterlassen eher den Eindruck eines vielversprechenden Vorgeschmacks als eines vollständigen Statements.

Fazit:
Liturgies Of The Vile Ones ist eine beeindruckend reife Veröffentlichung einer noch jungen Band. BELLIGERENCE verbinden technische Raffinesse, brutale Härte und klassisches Death-Metal-Songwriting zu einer EP, die gleichermaßen intensiv wie abwechslungsreich ausfällt. Statt auf übertriebene Komplexität setzt die Band auf starke Riffs, durchdachte Dynamik und eine Produktion, die jede Nuance wirkungsvoll transportiert. Sollte dieses Niveau auf Albumlänge gehalten werden, dürfte mit den Berlinern in Zukunft definitiv zu rechnen sein.

Punkte:

Autor: Elfi Davis