Band: CARCEROUS
Album: Doomsday Factory
Genre: Death/Black Metal
Trackliste:
01. A Horror Without Name
02. Apophis
03. The Scourge Divine
04. I Saw the Death of God
05. To the Last
06. Nothingness
07. Hang Them All
08. Heaven Is Denied
09. Djinn
10. Fear the Night
11. Doomsday Factory
12. Fear the Night (alt mix)

Die bulgarische Black/ Death Metal Band CARCEROUS bringt mit Doomsday Factory ihr Debütalbum auf den Markt – und damit gleich eine bemerkenswert hochwertige Probe ihres Könnens, welches zeigt, dass hier kein unerfahrenes Projekt am Werk ist.
Zu Beginn möchte ich über den ersten Punkt sprechen, der sofort ins Auge springt: die außerordentlich hohe Produktionsqualität. Doomsday Factory klingt für ein Independent-Release unglaublich professionell und sauber – Mix und Mastering sorgen für einen druckvollen Sound, bei dem Drums knallen und Gitarren scharf bleiben. Dies kann leider auch als Kritik verstanden werden, da der auf Hochglanz polierte Klang den Songs stellenweise etwas die rohe Brutalität nimmt. Hier würde etwas mehr Mut zum Dreck und ein rauerer Mix manchen Passagen ordentlich mehr Biss verleihen.
Songtechnisch arbeiten CARCEROUS ebenfalls auf hohem Niveau und bieten eine starke Mischung aus Black- und Death Metal, die immer wieder durch atmosphärische Synthesizer untermalt wird. Hierbei sind die Songs eher im Midtempo-Bereich angesiedelt und legen einen klaren Fokus auf Schwere, Groove und treibende Rhythmen – die Gitarrenriffs sind dicht und druckvoll, Bass und Drums bilden eine erdige Basis. Die Vocals wechseln überzeugend zwischen gutturalen Growls und hasserfülltem Black-Metal-Krächzen, passen super zur düsteren Stimmung, gehen aber in der glatten Produktion teils etwas unter.
Die eingestreuten Synth-Sounds verleihen atmosphärische Tiefe, und sorgen stellenweise für nahezu apokalyptische Stimmung. Leider treten sie stellenweise zu sehr in den Hintergrund – schade, denn wo sie rausklettern, heben sie die Atmosphäre exzellent und machen das Album zu einem Soundtrack für die eben erwähnte Apokalypse. Dynamik ist top: Bedrohliche ruhige Parts wechseln mit kraftvollen Ausbrüchen, Arrangements wirken durchdacht ohne Längen. Wer polierten Metal mag, ist bedient; Underground-Puristen wollen mehr Dreck.

Fazit:
Mit Doomsday Factory liefert CARCEROUS ein technisch beeindruckendes Debüt ab, das vor allem durch seine handwerkliche Klasse und atmosphärische Dichte überzeugt. Leider raubt die fast schon zu klinische Produktion dem Sound stellenweise die rohe Black-Metal-Energie, die sich mancher Purist gewünscht hätte. Wer sich jedoch an einer professionell polierten Mischung aus Black und Death Metal nicht stört, bekommt hier ein verdammt starkes Debüt serviert.
Punkte:
Autor: Georg G.
