SPLENDIDULA – Absentia (2026)

Band: SPLENDIDULA
Album: Absentia
Genre: Atmospheric Black/Doom Metal

Trackliste:
01. Absentia
02. Echoes Of Quiet Remain
03. Donkerte
04. Dalkuldar
05. Kilte
06. Let It Come To An End

Mit ihrem neuen Album ABSENTIA legen SPLENDIDULA ein Werk vor, das sich weniger als Sammlung von Songs versteht, sondern vielmehr als geschlossenes emotionales Statement. Schon nach wenigen Momenten wird klar, dass hier keine oberflächliche Dramaturgie verfolgt wird, sondern ein tiefgehendes Eintauchen in Verlust und innere Leere. Die Belgier bewegen sich dabei souverän zwischen den Polen von Doom und atmosphärischem Black Metal. Es ist ein Album, das Raum einfordert – und diesen konsequent mit Bedeutung füllt.

Der Opener „Absentia“ entfaltet sich langsam und zieht den Hörer mit seiner schwebenden Melancholie unmittelbar in den Bann. SPLENDIDULA arbeiten mit Kontrasten, die nie abrupt wirken, sondern organisch ineinander übergehen. Schwere, fast erdrückende Riffs treffen auf fragile, beinahe zerbrechliche Passagen. Besonders eindrucksvoll ist, wie die Band Spannung nicht durch Geschwindigkeit, sondern durch Zurückhaltung erzeugt. In „Echoes Of Quiet Remain“ verdichtet sich diese Herangehensweise zu einer klanglichen Meditation, die sich Stück für Stück entfaltet. Die Vocals variieren zwischen klarem Gesang und rohen Ausbrüchen, die wie Ventile für aufgestaute Emotionen wirken. Dabei bleibt stets eine gewisse Distanz erhalten, als würde der Schmerz bewusst kontrolliert und kanalisiert. Es ist ein Mix aus Schönheit und Schmerz, wobei beides körperlich zu fühlen ist. Diese Dualität zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Album. In aggressiveren Momenten wie „Kilte“ zeigt die Band, dass sie ihre Härte gezielt einsetzen kann, ohne dabei die Atmosphäre zu opfern. Gleichzeitig verlieren sich die Songs nie in reiner Brutalität, sondern behalten stets ihre melancholische Grundierung. Die Produktion unterstützt diesen Ansatz, indem sie Klarheit mit einer gewissen Rauheit verbindet. Immer wieder entstehen Passagen, in denen Zeit und Struktur scheinbar aufgehoben werden. Gerade diese Momente machen ABSENTIA zu einem Album, in das man versinken kann. Die Übergänge wirken dabei fließend, fast wie Atemzüge innerhalb eines größeren Ganzen. Trotz der teils ausufernden Songlängen bleibt das Werk erstaunlich ausgewogen. Es ist diese Balance, die verhindert, dass sich die Schwere in Monotonie verliert. Vielmehr entsteht ein Sog, der den Hörer immer tiefer in die Klangwelt hineinzieht.

Anspieltipp: „Donkerte“

Fazit:
ABSENTIA ist kein Album für beiläufigen Konsum, sondern verlangt Aufmerksamkeit und Hingabe. SPLENDIDULA schaffen es, Emotionen greifbar zu machen, ohne in Pathos zu verfallen. Die Mischung aus Intensität und Zurückhaltung wirkt durchdacht und authentisch. Am Ende bleibt ein Werk, das lange nachhallt – leise, schwer und eindringlich.

Punkte:

Autor: Tom K.