SPECTRAL WHISPER – The Chassalian Occultist (2026)

   

Band: SPECTRAL WHISPER
Album: The Chassalian Occultist
Genre: Black Metal
Label: Astral Nightmare Productions

Trackliste:
01. Preludium
02. Muses Of The Eternal Night
03. A Pact With The Devil
04. Here We Dwell In Darkness
05. The Faustian Spirit
06. Silence, The Great Voice
07. Don’t Deliver Us From Evil

SPECTRAL WHISPER ist ein Black Metal-Duo aus Deutschland. Das Zweier-Gespann, bestehend aus den erfahrenen Musikern M.D.B. und Noxathra, ist seit seiner Gründung 2017 aktiv. Beheimatet ist das Projekt in nordhessischen Großstadt Kassel. Die Musiker kann man als sehr aktiv einstufen, da sie seit 2022 im Jahrestakt ein neues Werk an den Start brachten. Mit dem vorliegenden Album The Chassalian Occultist veröffentlichten SPECTRAL WHISPER ihren bereits fünften Longplayer. Der Silberling wurde mit 7 Tracks ausgestattet und bietet Unterhaltung für ca. 36 Minuten.

Das Duo widmet sich ganz der alten Schule des Genres. Man bekommt hier sofort nostalgische Gefühle und Erinnerungen an die guten alten Zeiten werden wach. Jedoch wird schon beim ersten Track „Muses Of The Eternal Night“ klar, dass dieses Werk eher ein Tipp für Puristen des Genres ist. Die zwei Deutschen machen keinerlei Anstalten das Genre neu zu interpretieren, geschweige denn wollen sie innovativ klingen. Man orientiert sich stark an norwegischen Genre-Größen und performt relativ straight. Einzig die immer wieder einfließenden Synths sorgen für frischen Wind. So geradlinig wie die musikalische Ausrichtung, fällt auch die gesangliche Performance aus. Man versucht gar nicht durch Facettenreichtum auf sich aufmerksam zu machen, sondern bleibt bei recht monotonem Screams. Der Sound ist etwas dumpf ausgefallen, aber da es sich meiner Meinung nach um ein Stilmittel handelt, möchte ich es nicht negativ werten. Er passt zu der oldschooligen Ausrichtung der Band und bekommt dadurch noch mehr nostalgisches Flair. Im Verlauf des Albums fällt auch immer mehr auf, dass sich SPECTRAL WHISPER auch punkto Geschwindigkeit nicht oft aus ihrer Komfortzone bewegen wollen. So bleiben sie mit ihrem Mid-Tempo-Vortrag meist im sicheren Hafen. Erst im fünften Titel „The Faustian Spirit“ kommt dann etwas mehr Schwung zustande und das Zweier-Gespann drückt etwas mehr aufs Gas-Pedal. Dieses neue Element wirkt sich positiv aus und sorgt für dringend notwendige Abwechslung. Auch in den verbleibenden zwei Songs „Silence, The Great Voice“ und „Don’t Deliver Us From Evil“ ändert sich nichts an der Marschroute und so geht das Album so zu Ende wie es angefangen hat. Zusammengefasst ist diese Scheibe für Nostalgiker und Puristen eine absolute Perle. Wer jedoch abwechslungsreiche und experimentelle Black Metal-Kunst schätzt, wird hier eher weniger Freude daran haben.

Fazit:
SPECTRAL WHISPER liefern mit The Chassalian Occultist ein Black Metal-Werk für Puristen und Black Metal-Nostalgiker ab. Man orientiert sich stark an norwegischen Szene-Bands der Neunziger. Leider geizt man mit Abwechslung und Experimenten und kann somit die breite Masse nicht für sich gewinnen.

Punkte:

Autor: Thomas Mais-Schöll