Årxøytt  – Sunder (2025)

 

Band: Årxøytt 
Album: Sunder
Genre: Black Metal

Trackliste:
01. Pain
02. Future
03. Demiurgo
04. Tide
05. Opfer

ÅRXØYTT reißt mit Sunder ein dunkles Portal in die Tiefen des Atmospheric Black Metal auf. Das Album von 2025 trägt den knappen, doch zersetzenden Titel Sunder – ein Begriff für den langsamen Zerfall unter gnadenlosem Frost. ÅRXØYTT versinkt in einer Klangwelt, die wie ein ewiger Gletscherbruch wirkt.

Die etwa 20 Minuten des Werks sind ein methodisches Einschneiden in die Seele. Langsam geht es tief unter die Haut. Ein langsamer, unaufhaltsamer Druck, der den Hörer in die Abgründe der Natur und des Selbst zerrt.
Die Gitarren sind wuchtig und roh. Die Riffs, die in sich wiederholenden Wellen rollen, erzeugen eine tranceartige Starre. Das Schlagzeug bleibt im Hintergrund. Jedoch ist der Bassdrum-Schlag gut hörbar. Die Vocals, ein Mix aus verzerrten Schreien, tiefem Growl und gelegentlichen, geisterhaften Chören weben ein Netz aus Mythos und Verzweiflung.

Der Opener „Pain“ schneidet sofort ein. Ein langes, dröhnendes Intro aus dissonanten Akkorden und windigem Ambient baut sich auf, bevor ein schweres Riff einrückt. Es kommt langsam und quälend. Nach vier Minuten explodiert die Stimmung. Ein ersticktes Kreischen, welches in bedrohlicher Stille mündet. Kein Entrinnen, nur der Einstieg in den Abstieg. „Future“ bringt eine unerwartete Wendung. Melancholie in Kombination mit folkigen Passagen geben das Gefühl eines Fluchs aus der Zukunft. Der dritte Track „Demiurgo“ ist brutal. Schleifende Riffs, und Vocals reduzieren den Sauerstoff, bis man selbst nach Atem ringt. Eine überwältigende masochistische Katharsis. „Tide“ ist das emotionale Herzstück. Hypnotisch und ruhig hört Zeit auf zu existieren. Ein harter aber gelungener Übergang. Das Album verglimmt mit „Opfer“, das in immer leiseren Schichten ausklingt. Am Ende bleibt nur noch Stille, die schwerer lastet als jedes Unwetter.

Fazit:
Unnachgiebig und seelenzerfetzend. Sunder ist ein Juwel des introspektiven Atmospheric Black Metal und reiht sich unter die Highlights von 2025 ein. ÅRXØYTT gelingt das Kunststück, brutale Intimität mit kosmischer Weite zu verschmelzen, sodass man am Ende nicht gebrochen, sondern neu geschmiedet herauskommt.

Punkte:

Autor: Christian S.