BLACK MOLE DOMINION – Opus Caecorum (2025)

 

Band: BLACK MOLE DOMINION
Album: Opus Caecorum
Genre: Atmospheric Black Metal

Trackliste:
01. Ci-gît la lumière
02. Mirage
03. Si la terre doit mourir
04. Dédale

Dass Frankreich sich seit einigen Jahren immer deutlicher als Zentrum des Atmospheric Black Metal etabliert, zeichnet sich klar ab – und das Trio BLACK MOLE DOMINION unterstreicht diese Entwicklung mit seiner Debüt-EP Opus Caecorum eindrucksvoll. Das vier Tracks starke Release bereichert das Genre spürbar und überzeugt durch ein dichtes Klangbild, klassische Härte und eine durchgehend hervorragende Produktion. Eintönigkeit oder Monotonie sucht man hier vergeblich.

Bereits der Opener „Ci-gît la lumière“ zeigt, wie viel auf nur vier Tracks möglich ist und wie atmosphärische Tiefe trotz technischer Präzision und Härte funktionieren kann. Nach ruhigem Einstieg blastet die Nummer im 350er-Beat los, unterbricht sich mehrfach im Tempo und punktet mit starken Leads sowie dramatischen Vocals, die nicht nur keifen und beißen, sondern wesentlich zur Grundstimmung beitragen. Ruhige Passagen sorgen für Abwechslung, während das klare Mastering jedes Element hörbar macht, ohne dass auch nur eine Gitarrenlinie vom aggressiven und dominanten Drumming verschluckt wird.

Einen instrumental ruhigeren Übergang bildet „Mirage“, bevor es im dritten Track „Si la terre doit mourir“ stilistisch nahtlos weitergeht. Der Song startet erneut ruhig, gediegen und beinahe feierlich, gleichzeitig jedoch bedrohlich, bevor er in pfeilschnelles Tempo wechselt. Dabei verliert er nichts von der zuvor aufgebauten Atmosphäre und überzeugt mit hervorragenden Soli in den langsameren Passagen, aggressiven Blasts, starkem Riffing und geschickt gesetzten Wechseln in der Melodieführung. Man könnte den Track als Mischung aus watainartiger Bissigkeit, mardukähnlichem Tempo und einer an Blut aus Nord erinnernden Atmosphäre beschreiben – tatsächlich ist die Nummer jedoch so eigenständig und abwechslungsreich, dass sich Vergleiche kaum aufdrängen.

Der Closer „Dédale“ startet hymnisch mit choralem Gesang, bevor er sich in tiefste Grausamkeit stürzt und im klassisch blackigen Stil mit nun growligen Vocals voranmarschiert. Eine Stiländerung, mit der man zunächst nicht rechnet, die sich jedoch dank erneut hervorragender Leadarbeit und extrem durchdachter Melodieführung stimmig in den Kontext der EP einfügt. Ein absolut gelungener und starker Track, der reißt, beißt und hämmert, dabei jedoch melodisch und technisch bleibt, zu keinem Zeitpunkt langweilig wirkt und diesen hervorragend aufgebauten Erstling würdig abschließt.

Fazit:
Opus Caecorum ist ein bemerkenswert starker Erstling, der atmosphärische Dichte, technische Präzision und klassische Härte gekonnt miteinander verbindet, durch starke Arbeit an den Leads und durchdachte Songstrukturen glänzt. Atmosphäre und Härte kommen mit gleicher Gewichtung zum Tragen, ohne im Geringsten monoton oder eintönig zu wirken oder sich mit anderen Vertretern des Genres vergleichen zu lassen. Genau diese Individualität lässt Großes erwarten und auf ein vollständiges Album gespannt hinfiebern.

Punkte:

Autor: Nicki