WELTENASCHE – Schmerz (2026)

 

Band: WELTENASCHE
Album: Schmerz
Genre: Black Metal

Trackliste:
01. Lichtblick
02. Wolkenbruch
03. Weltbild
04. Und doch so allein
05. Verjährt

Der Output der Grazer Atmospheric Black Metal Band von WELTENASCHE ist erstaunlich und täuscht darüber hinweg, dass die Musiker in ihren frühen Zwanzigern sind. Die Band besteht bereits seit 2017, wenn sie auch 2022 eine Pause eingelegt und erst 2025 wieder in einer leicht veränderten Besetzung zusammen gefunden haben. Die vorliegende Schmerz ist bereits die dritte EP und bietet fünf Songs mit einer Gesamtlaufzeit von nicht ganz 20 Minuten.

Wie die EP sind auch die Songs kompakt und mit radiotauglichen 3 bis 4 Minuten Dauer. Aber gut, die Zielgruppe von WELTASCHE hört wohl weniger lineares Radio? Die Songs sind melodiös, haben deutliche Einflüsse aus Alternative Rock, der sich insbesondere im Gitarrenspiel zeigt. Der Black Metal-Anteil ist hingegen eher gering ausgefallen. Die Songstrukturen sind klassisch rockig, ohne Überraschungen, wenn auch gut umgesetzt. Die Kürze der Songs lässt kaum Storytelling zu und so gelingt es nicht wirklich, die versprochene Atmosphäre zu entwickeln. Es sind allesamt gut hörbare Songs, die nicht nerven, aber auch nicht herausfordern. Sie sind durchaus unterschiedlich – der Opener „Lichtblick“ rumpelt tatsächlich etwas grober daher. Geprägt von einem prägnanten Riff, geschrienen Vocals und treibenden Drums. Der Abschluss „Verjährt“ ist ein fast balladesk ruhig beginnender Song, bevor er dann in der Strophe doch etwas Energie aufbaut. Dazwischen ist ordentlich gemachtes Handwerk. Hervorzuheben ist der Song „Und doch so allein„, der mit einem herrlich melancholischen Duett dezent verzerrter Gitarren eröffnet, und sich dann kraftvoll walzend entwickelt.
Noch kurz zur Produktion bzw. dem Mixing. Der Klang ist stark an den Gitarren ausgerichtet, die über alle fünf Songs hinweg, dominierend sind. Die Drums sind sehr flach, ohne Raum und vor allem mit einer auf Dauer nervenden, herausstechenden Snare abgemischt. Die Vocals haben eine gute Portion Hall ausgefasst, wirken somit etwas entrückt, das scheint mir aber gewollt zu sein.

Fazit:
Schmerz ist ordentlich gemachtes Handwerk einer Nachwuchsband. Stark von Alternativ Rock und weniger von Black Metal geprägt und in klassische Song-Strukturen gegossene, gut hörbare, zugängliche Musik, die nicht herausfordert. Damit auch für Einsteiger sehr gut geeignet.

Punkte:

Autor: distelsøl