VOIDRIUM – Aquae Inferis (2026)

 

Band: VOIDRIUM
Album: Aquae Inferis
Genre: Black Metal
Label: Asgard Hass Productions

Trackliste:
01. Porta Avernus
02. Acheron
03. Ignis Et Sanguis
04. Libitina
05. Febris Divae
06. Ritus Belli
07. Ritus Mortis
08. Umbrae Praeteritorum
09. Ultimum Supplicium
10. Consumptus A Mari

Das Debütalbum der Black-Metal-Formation VOIDRUM aus Florida präsentiert sich 2026 als faszinierendes Werk zwischen Demo-Ästhetik und vollwertigem Longplayer. Doch genau diese vermeintliche Schwäche entpuppt sich als versteckte Stärke.

Zunächst fällt auf, dass Aquae Infernis eher einer atmosphärisch dichten Demo ähnelt als einem herkömmlichen Album. Der bewusst dünnere Sound erweist sich – absichtlich oder nicht – als kluges Produktionsdesign: Trotz des charakteristisch verwaschenen Black-Metal-Mantels bleiben alle Instrumente transparent und nachvollziehbar erhalten. Die genretypischen Vocals werden durch diese Klarheit optimal unterstützt und entfalten ihre atmosphärische Wirkung ungehindert.
Diese klare Soundästhetik offenbart das wahre Gütesiegel von Aquae Infernis: das überraschend facettenreiche Songwriting. VOIDRUM beschränken sich nicht nur auf Black Metal, sondern komponieren einen bunten Mix aus Black Metal und Thrash mit deutlich progressiven Elementen. Für einen Erstling ist diese stilistische Offenheit beeindruckend. Die Musik verzichtet bewusst auf übertriebene Brutalität oder rhythmische Raserei. Stattdessen setzt Aquae Infernis auf düstere Midtempo-Atmosphären und interessante Riff-Arbeit. Die Kompositionen wirken durchdacht und vermeiden das typische Black-Metal-Klischee der ermüdenden Blastbeat-Monotonie. Besonders gelungen ist die Balance zwischen Aggression und Melancholie — VOIDRUM schaffen es, bedrohlich und gleichzeitig emotional erreichbar zu wirken.
Allerdings offenbaren sich bei der 50-Minuten-Laufzeit erste Risse. Im hinteren Albumdrittel verliert Aquae Infernis spürbar an Energie. Die anfangs spannenden Ideen wirken repetetiv und zum Ende hin ist leider schlussendlich doch etwas die Luft raus.

Fazit:
VOIDRUM aus Florida liefern mit Aquae Infernis ein atmosphärisch dichtes Debüt, das durch eine rohe, transparente Produktion und progressives Songwriting überzeugt. Die gelungene Mischung aus Black Metal und Thrash setzt starke Akzente, verliert aber aufgrund der unnötigen Länge zum Ende hin spürbar an Dynamik. Insgesamt ein vielversprechendes Erstwerk, und Fans dürfen gespannt auf mehr sein.

Punkte:

Autor: Georg Günthör