Band: TYLANGIR
Album: Där Totutanz
Genre: Folk Metal
Trackliste:
01. Alpsagu
02. Dar Totutanz
03. Dar Wolfsritt
04. Johanneli Fii
05. Dar Lammargeiar
06. D‘ Lindwurmheeli
07. Dar Nattrufluach
08. Petrichor
09. Odem
10. As het nu afa Firchtu
11. Z‘ varloru Talli

TYLANGIR, eine Schweizer Metal-Band, hat mit Där Totutanz ihr zweites Studioalbum veröffentlicht. TYLANGIR haben sich nach einem keltischen Volksstamm benannt, der einst in der heutigen Schweiz lebte. Nicht nur in ihrem Namen, auch in ihrem neuen Werk Där Totutanz ist die Gruppe sehr stark mit ihrer Heimat verbunden, singt über alte Mythen und Sagen, oder auch über die neuere Geschichte der Schweiz und setzt sich auch kritisch mit der Vergangenheit und Gegenwart auseinander, ohne dabei aber zu sehr zu werten.
Die erste Nummer „Alpsagu“ beginnt mit sakral klingenden Gesängen, die einen an blühende Bergwiesen denken lassen, schlägt dann aber mit Beginn des zweiten Titels „Dar Totutanz“ um zu einer schnellen, mitreißenden Trash-Death Nummer durchsetzt von Sprechgesang in einem Schweizer Dialekt, der nur teilweise verständlich ist. Gesanglich fühlt man sich an frühe In Extremo erinnert, auch wenn die Stimme wirklich ihren ganz eigenen Charakter hat. Auch im weiteren Verlauf des Albums wird immer wieder klar, diese Musik möchte nicht nur unterhalten, sondern viel mehr Bilder und Stimmungen erzeugen. Was meist eher friedlich und sonnig beginnt, wandelt sich dann im Verlauf zu dunkleren, aber auch eniergiegelandeneren Passagen in denen es in den Texten um die teils sehr erschreckenden und grausamen Märchen und Sagen der Schweiz, vor allem des Wallis geht.
Immer wieder kommen klassische akustische Instrumente zu Einsatz, die den Nummern eine zusätzliche Klang Ebene geben und ihnen auch emotional mehr Wirkung geben. Man fühlt sich in diesem Werk immer wieder an Pagan-Metal der ersten Generation erinnert.
Besonders hörenswert ist auch „Dar Lammargeiar“ mit einem wunderschönen akustischen Intro und sehr vielen musikalischen Facetten, verteilt auf fast 8 Minuten Spielzeit, die der Nummer Zeit geben sich richtig schön zu entfalten und passend zum Titel die Flügel auszubreiten, so wie der, von den Schweizern bewusst im 19.Jhd ausgerottete, Lämmergeier (mit diesem Thema befasst sich diese Nummer).
Es ist allerdings in diesem Fall sehr schwer einzelne besonders gute Nummern hervorzuheben, da eigentlich alle sehr hörenswert sind und jede ihren ganz eigenen Charakter hat, trotzdem möchte ich zum Abschluss noch „Odem“ ganz besonders empfehlen, eine Nummer in der es um die Frage geht was mit uns geschieht wenn wir sterben. Eine sehr schöne, eingängige Nummer, die trotz ihrer 8 Minuten Länge wie im Flug vergeht.

Fazit:
TYLANGIR überzeugen von der ersten Note weg mit ihrem ganz eigenen Stil aus aggressivem Metal, klassischen Saiteninstrumente, sakralen Gesängen und Schweizer Dialekt. Es ist keine Nummer dabei, die einen nicht auf die eine oder andere Art in ihrem Bann zieht. Dieses Album kann ich nur jedem ans Herz legen, der gern Geschichten hört und sich gern auf neues einlässt.
Punkte:
Autor: Evelyn
