Band: THANATOMANIA
Album: Resignation
Genre: Black Metal
Label: Schattenkult Produktionen
Trackliste:
01. Resignation I
02. Resignation II
03. Resignation III
04. Resignation IV
05. Resignation V
06. Resignation VI

Die 2009 gegründete Atmospheric-Black-Partie THANATOMANIA aus Berlin schickte mit Resignation 2018 ihr erstes Studioalbum an den Start und zeigt, wie es klingen kann, wenn man atmosphärisch dichte, fast schon melancholische Parts mit Schwere und sauber gesetztem Druck kombiniert, ohne dabei das Songwriting zu vernachlässigen. Schon nach dem vollinstrumentalen Opener „Resignation I“ wird das deutlich.
Die – bis auf die römische Zahl – gleichnamige Nummer „Resignation II“ startet mit eingängigem Beat in ruhigem, gleichmäßigem Tempo, überzeugt durch klaren Sound und hervorragende Linienführung, bevor es über eine sauber gesetzte Bridge ins höhere Tempo geht, ohne dabei Struktur oder Linie zu verlieren. Ein Track, der sich zwischen verschiedenen Stimmungen bewegt – mal depressiv, mal träumerisch, aber nie langweilig.
Was an Kreativität bei der Namensgebung der Tracks fehlt, machen die Inhalte selbst wieder gut. „Resignation III“ überzeugt wie sein Vorgänger durch dichte Atmosphäre und stimmigen Aufbau. Nach dem atmosphärischen Einstieg erzeugt die brutal kalte Voice sofort Spannung, die in einem gewaltigen Doubleblast gipfelt. Auch hier zeigt sich die Variabilität der Band: Der Track pendelt zwischen herausragender Rhythmik und klassisch kaltem Black-Metal-Blast, ohne die atmosphärische Linie zu verlieren – ein Beispiel dafür, was herauskommt, wenn man in puncto Songstruktur und Konzept seine Hausaufgaben macht. Die Gitarrenarbeit ist trotz des ein oder anderen Solos eher schlicht gehalten, jedoch absolut solide und stimmig, was sich auch in Nummer vier der Platte zeigt.
„Resignation IV“ glänzt erneut durch nahezu perfekten Aufbau und das Spiel mit Stimmungen, wie man es auf einer einzelnen EP wohl selten hört. Neben treibendem Blast und eisiger Voice wird geschickt immer wieder ein Hauch Melancholie und Schwere eingestreut, was die Nummer zu einem absolut interessanten Hörerlebnis macht.
Ähnlich dickes Lob, wenn auch mit einem leisen „aber“, holt sich „Resignation V“ ab. Der Track überzeugt zwar durch solide Arbeit an der Leadgitarre, großartige Basslinie und das Spiel mit Druck und Melancholie, hat aber im Gegensatz zu den Vorgängern nicht diese einmalige Atmosphäre und fesselnde Stimmung. Das liegt wohl am etwas lang geratenen Mittelteil, der sich zwar in spannendem Blast aufbaut, danach allerdings ins „Simmern“ gerät und der Nummer einen gewissen Gleichklang verleiht.
Der Closer „Resignation VI“ kann eigentlich nur als über siebenminütige Bombe beschrieben werden. Dem Konzept der gesamten Platte treu bleibend, startet der Track mit markantem Soundteppich aus Gitarre, schwerer Basslinie und straightem Drumbeat, bevor die depressiv-kalte Voice den Song zum Beben bringt. Interessant ist, dass die Melodieführung hier nicht wechselt und dennoch Druck entsteht und Aufmerksamkeit gefordert wird – eine Idee, an der sich viele Atmospheric Blacker versuchen, die aber kaum jemandem so gelingt wie THANATOMANIA. Der Mittelteil driftet fast schon ins Groovige und nimmt dem Track die Schwere, ohne Härte oder Atmosphäre zu verwässern. Ein wirklich gelungener Abschluss, der durch seinen einzigartigen Aufbau, die enorme Abwechslung und seine Stimmigkeit im Albumkontext überzeugt.

Fazit:
Resignation ist ein starkes Debüt, das mit dichter Atmosphäre, klarem Konzept und stimmigem Aufbau überzeugt. Tracks wie „Resignation II“ bis „IV“ zeigen die ganze Bandbreite zwischen Melancholie, Härte und Druck, während der Closer „Resignation VI“ das Album eindrucksvoll abschließt. Einziger kleiner Schwachpunkt ist „Resignation V“, dessen Mittelteil etwas Länge mitbringt. Insgesamt bleibt eine Platte, die von Anfang bis Ende stimmig wirkt und THANATOMANIA als ernstzunehmenden Namen im Atmospheric Black Metal etabliert.
Punkte:
Autor: Nicki
