Band: RAGING VOID
Album: Degenerator
Genre: Death/Thrash Metal
Trackliste:
01. Blinded Knight
02. Degenerator
03. Raging Void
04. Black Absolute

Die erste EP der Band geht ziemlich direkt rein. Schon der Opener „Blinded Knight“ startet ohne Intro sofort mit harten Thrash-Riffs, die stark auf Wiederholung und Eingängigkeit setzen. Was hier gut funktioniert, weil der Sound schön breit und druckvoll ist und die rohe, oldschoolige Ausrichtung der Songs gut unterstützt. Man merkt schnell, dass die Band nicht versucht modern oder überkompliziert zu wirken, sondern eher diesen geradlinigen, härteren Thrash mit Death-Metal-Einflüssen fährt.
„Degenerator“ startet etwas grooviger, bleibt aber ebenfalls tief im klassischen Thrash Metal verwurzelt. Gerade dieser Groove-Aspekt zieht sich angenehm durch die ganze EP. Auch „Raging Void“ folgt diesem Muster: langsamer Einstieg, danach wieder geradliniges Thrash-Riffing ohne große Spielereien oder überraschende Wendungen.
Grundsätzlich klingt die gesamte EP ziemlich oldschoolig, sowohl vom Songwriting als auch vom Gesamtsound. Die Produktion passt dafür allerdings wirklich gut. Die Riffs funktionieren fast durchgehend und bleiben schnell hängen. Genau darin liegt vermutlich auch die größte Stärke der Band.
Für meinen Geschmack hätten die Songs teilweise aber ruhig etwas kompakter sein können. Nicht weil vier bis fünf Minuten grundsätzlich zu lang wären, sondern weil viele Parts recht oft wiederholt werden und innerhalb der Songs nicht wahnsinnig viel Neues passiert. Große Spannungsbögen, auffällige Breaks oder bemerkenswerte Soli vermisse ich leider. Die Nummern marschieren meistens relativ gerade dahin. Das muss nicht automatisch schlecht sein, fällt aber gerade beim konzentrierten Durchhören der ganzen EP auf.
„Black Absolute“ hebt sich da etwas hervor, weil die Nummer melodischer aufgebaut ist und gegen Ende tatsächlich auf ein stärkeres Finale zusteuert. Dadurch wirkt der Song insgesamt etwas dynamischer als der Rest der EP und eignet sich auch gut als Abschluss.
Das Gesamtbild funktioniert aber ziemlich gut. Vor allem live dürften genau diese einfachen, eingängigen Strukturen ordentlich funktionieren. Und dafür, dass es sich hier um einen Debüt-Release handelt, ist das Ganze technisch und soundmäßig definitiv mehr als nur solide umgesetzt.

Fazit:
Eine durchgehend stabile Thrash/Death-Metal-EP mit starkem Oldschool-Einschlag, groovigen Riffs und ordentlich Druck. Große Überraschungen oder extreme Höhepunkte gibt es zwar kaum, dafür aber eigentlich auch keine wirklichen Ausfälle. Wer auf klassischen, harten Thrash Metal mit Death-Einflüssen steht und kein Problem mit geradlinigem Songwriting hat, wird hier ziemlich sicher seinen Spaß haben. Die Band erfindet das Genre nicht neu, wirkt dabei aber ehrlich, eingespielt und vor allem schon erstaunlich gefestigt für einen ersten Release.
Punkte:
Autor: Ossian Gratzer
