Band: OPPRESSION
Album: No Safe Place
Genre: Black Metal
Label: Folter Records
Trackliste:
01. No Safe Place
02. Attrition
03. Homeland’s Fury
04. Psalm For The Fallen
05. Maria Rosenthal
06. Journey Beyond Consciousness
07. End Humanism
08. The Call Of The Night
09. Nice Death Matters

Mit No Safe Place veröffentlicht das französische Black-Metal-Quintett OPPRESSION sein erstes Studioalbum, das am 12.12.2025 über Folter Records erschienen ist. Die Band setzt dabei die rauen Spannungsbögen der alten Schule durch melodische Elemente und einen eigenständigen Stil im Aufbau und in der Songstruktur perfekt in Szene. Abgerundet wird dieses Schmankerl aus Frankreich durch einen bizarren Gesangsstil, der an Groza denken lässt und durch halb gerufene, halb geschriene sowie teilweise gegrowlte Parts auffällt.
Der titelgebende Opener „No Safe Place“ ist eine reine Instrumentalnummer, die bereits durch ihr Tempo und das ausgefeilte Riffing überzeugt, jedoch noch nicht erahnen lässt, auf welche Reise die Platte den Hörer mitnehmen wird. Das wird erst in den folgenden Tracks „Attritio“ und „Homeland’s Fury“ deutlich. Beide glänzen durch die bereits erwähnten Spannungsbögen im Stil der Großen der Szene wie Marduk oder Watain. Peitschendes Riffing, hervorragendes und ausgefallenes Drumming sowie der an Groza erinnernde, eigenständige Gesangsstil machen diese Songs zu echten atmosphärischen Highlights. Besonders die genial gesetzten Tempowechsel und die durchdachte Melodieführung stechen hier hervor.
Auch die hervorragenden Leads sollten bereits an dieser Stelle erwähnt werden, obwohl sie erst in „Psalm For The Fallen“ – einer Nummer im gefühlten 380er-Marschtempo – wirklich voll zur Geltung kommen. Der Song baut sich über ein hervorragendes Klangbild aus rasantem Drumming bei ruhigem Gesang und der bereits gelobten Gitarrenarbeit perfekt auf und erinnert in puncto Melodieführung an die frühen Satyricon-Alben, wobei dieser Vergleich lediglich der Orientierung dient.
Nicht weniger episch und keinesfalls langsamer setzen „Maria Rosenthal“ und „Journey Beyond Consciousness“ den Weg fort. Beide folgen dem etablierten Muster aus Reiterriffs im Wechsel mit hochwertigen Soli, peitschenden Drums, dem einzigartigen Gesangsstil und perfekt gesetzten Taktwechseln, die kurze Ruhephasen einleiten, bevor die Nummern wieder aggressiv weiter marschieren.
Atmosphäre und Dramatik pur bietet „End Humanism“. Der Track baut sich aus epischer Düsternis, hervorragenden Spannungsbögen und großartiger Instrumentalistik auf. Erneut hervorzuheben ist die starke Gitarrenarbeit, die sich aus klassischen Tremolos, Arpeggios und hervorragenden Soli zusammensetzt und eine einzigartige, düstere, raue und kalte Stimmung, bei gleichzeitig verspielter Atmosphäre, erzeugt.
Härte und Melodik werden auch im vorletzten Track „The Call Of The Night“ hervorragend vereint – hier ist der Name Programm. Bereits ab dem ersten Ton denkt man unweigerlich an eine dunkle Winternacht, eisige Kälte und bedrückende Nebelschleier. Dafür sorgt erneut die klare Hommage an die Großen aus Norwegen in puncto Takt- und Melodieführung. Die Nummer ist eher dem klassischen als dem atmosphärischen Black Metal zuzuordnen, bringt jedoch trotzdem eine eigenständige Stilistik und eine wunderschöne Atmosphäre mit sich. Klassischer Black hin oder nordische Rawness her – OPPRESSION lassen sich auch hier ihre starke Instrumentalistik nicht nehmen und glänzen mit einer markanten Basslinie, hervorragendem und abwechslungsreichem Drumming sowie der bereits mehrfach gelobten Arbeit an den Leads und dem für die spielerisch-dunkle Grundstimmung mitverantwortlichen Gesang aus gerufenen, gutturalen, gegrowlten und gesprochenen Parts.
Auch die schönste Reise geht zu Ende – und diese tut es mit der bedeutungsschweren Nummer „Nice Death Matters“. Ein Closer, der durch seine einzigartige Dramaturgie und ein an Emperor und Mayhem erinnerndes Klangbild diese gelungene Reise würdig abschließt.

Fazit:
No Safe Place ist ein bemerkenswert starker Erstling, der klassische Northern Darkness mit durchdachter Melodieführung, kluger Songstruktur und eigenständiger Handschrift verbindet. OPPRESSION bauen aus roher Härte und Atmosphäre Spannungsbögen und einzigartig stimmige Songstrukturen auf. Zudem lebt die Platte von ihren perfekt gesetzten Tempowechseln, der konstant starken Gitarrenarbeit und einem Gesangsstil, der Wiedererkennungswert besitzt und die düstere Grundstimmung zusätzlich vertieft. No Safe Place zeigt deutlich, wie es klingt, wenn sich fünf hervorragende Instrumentalisten zusammenschließen und eine geradlinige und trotzdem episch-atmosphärische Platte konstruieren, die im Dschungel der zuletzt stark wachsenden Ambient-Black-Metal-Veröffentlichungen klar durch Qualität und Eigenständigkeit hervorsticht.
Punkte:
Autor: Nicki
