Band: NIGHTSHADE
Album: In Essence Divided
Genre: Melodic Death Metal
Label: My Kingdom Music
Trackliste:
01. Stateless Journey
02. Origins Of Light
03. The Crucible
04. Night Torn
05. Dissonant Void
06. Baiterek
07. Ov Seas & Seeds
08. In a Dream
09. Come Undone
10. Brother Of Sleep

Hinter dem Bandnamen NIGHTSHADE verbirgt sich das Schweizer Melodic Death Metal-Duo Tom und Dave. Das Projekt wurde ursprünglich 1998 unter THE NIGHTSHADE gegründet. Einige Jahre später folgte die erste Namensänderung und man war von 2006 bis 2013 unter XICON aktiv. 2020 wurden die Arbeiten wieder aufgenommen und seither ist man unter dem Namen NIGHTSHADE unterwegs. 2021 folgte mit Sounds Of Dark Matter das erste Album unter neuer Flagge. Der vorliegende zweite Longplayer trägt den Titel In Essence Divided, wurde mit 10 Tracks bestückt und bietet Unterhaltung für ca. 61 Minuten. Vertrieben wird der Silberling über italienischen Label My Kingdom Music.
Eröffnet wird das Album vom Titel „Stateless Journey“, der sofort durch sein eingängiges Intro ins Ohr sticht. Chöre, leichte Industrial-Einflüsse und harmonische Klänge wissen zu gefallen und sorgen für einen guten Einstieg. Gesanglich bekommt man noch relativ wenig geboten da man wesentlich mehr Augenmerk auf die Atmosphäre legt. Zwischendurch sind jedoch recht raue und rustikale Growls zu hören. Hier wird der Zuhörer jedoch zum dahin schwelgen animiert und weniger zur körperlichen Ertüchtigung. Einzig die Laufzeit von ca. 6,5 Minuten erscheint mir etwas lange da der ruhig gehaltene Song keinen richtigen Höhepunkt bietet. Am Sound gibt es rein gar nichts auszusetzen, da dieser klar wiedergegeben wird und jedes noch so kleine Details perfekt wahrnehmbar ist. In der zweiten Nummer „Origins Of Light“ agieren die Eidgenossen wesentlich dynamischer und man bekommt melodischen und groovigen Melodic Death Metal zu hören. Es wird jedoch deutlich, dass die Schweizer sehr harmoniebedürftig sind und nichts mit der Brechstange anfangen können. So sind auch hier immer wieder klar gesungene Parts enthalten und es entsteht ein Post-Rock-Feeling mit leicht progressiven Anleihen. Dies könnte dazu führen, dass sich der ein oder andere Melo-Death-Fan von der Performance nicht abgeholt fühlt. In diese Manier geht es auch in den folgenden Songs nahtlos weiter und die Scheibe tendiert immer mehr zum Post Metal als hin zum Melodic Death Metal. Nur die immer mal wieder erscheinenden Growls/ Screams bringen etwas Härte in die Darbietung. Wenn man sich jedoch auf die progressive Gangart des Duos einlässt dann wird man durchaus gut unterhalten. NIGHTSHADE bleiben ihrem eingeschlagenen Weg bis zum Ende treu und lassen in der zweiten Album-Hälfte vermehrt Synths in die Performance einfließen und dadurch wird diese noch rockiger als im ersten Abschnitt. Wer also leicht progressiven Post Metal, mit Synth-Einflüssen und minimalen Melodic Death-Elementen interessant findet der sollte sich diese Scheibe unbedingt reinziehen. Wer sich ein Melo-Death-Werk im herkömmlichen Sinne erwartet, wird eher enttäuscht sein.

Fazit:
NIGHTSHADE werden als Melodic Death Metal-Band angekündigt, aber dieser Schublade sind sie mittlerweile enteilt. Viel mehr widmet man sich postmetallischen Klängen mit progressiven Einschlag und Synth-Einflüssen. Melo-Death-Einflüssen werden nur mit einigen Growls und Screams beigemengt. Man muss den Schweizern ein Kompliment für Innovation und Mut zur Veränderung aussprechen. Wer sich auf die Musik einlässt wird gut unterhalten. Wer es jedoch härter mag, wird hier nicht auf seine Kosten kommen.
Punkte:
Autor: Thomas Mais-Schöll
